Die Meißner Bäbe

Die Meißner Bäbe gehöhrt mit zu den meistgebackenen Kuchen im Landkreis Meißen. Die Bäbe gibt es inzwischen in verschiedenen Variationen. Sie ist dabei in ganz Sachsen bekannt und lässt sich leicht und schnell zubereiten. Dabei stammt die Bezeichnung „Bäbe“ aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet Topf- oder Napfkuchen. Der Bäbe-Teig wird grundsätzlich mit Hefe angesetzt und später in einer Aschkuchen- oder auch Gugelhupf-Form ausgebacken.
Geschichte
In den Meißner Bäckereien gehörte die Bäbe bis in die 1960er Jahre fest zur Grundausstattung mit Kuchen. Im Schaufenster wurden die Kuchen in verschiedenen Größen präsentiert. Die Bäckerei Rudolf Baum in der Triebischtaler Böttgerstraße Nr. 2 gehörte ebenso dazu wie die Bäckerei Alfred Rendler in der Talstraße Nr. 48. Später konnte man sich noch eine Bäbe, ob groß oder klein, beim Bäcker vorbestellen. Dabei gab der Kunde an, ob er für seine Bäbe eine Glasur aus Zuckerguss oder nur mit Butter bestrichen und mit Zucker bestreut möchte. Die Variante mit zerlassener Butter und danach mit Zucker bestreut, war und ist vermutlich der „Klassiker“. Mit dem langsamen verschwinden der kleinen Familien-Bäckereien im Stadtbild verschwand auch die „Bäbe“ aus den Angeboten.
Rezept
Für den Teig einer großen Bäbe braucht man 750g Mehl, 300g Butter oder Margarine, 45g Hefe, 125 ml Milch oder Sahne, Salz, 175g Zucker, 125g süße Mandeln, Rosinen, Bittermandel-Aroma und etwas abgeriebene Zitronenschale einer unbehandelten Zitrone. Wer möchte kann dem Teig noch einige kleine Fruchtstücke von Äpfeln, Aprikosen oder Birnen zusetzen.
Das Mehl darf nicht zu kalt sein und sollte gesiebt werden. Die Hefe wird fein zerbröckelt und in der leicht angewärmten Milch oder Sahne aufgelöst. Mit dem Mehl und allen weiteren Zutaten vermischen und daraus einen geschmeidigen Teig kneten. Nun den Teig mindestens 30 Minuten an einem warmen Ort abgedeckt aufgehen lassen. Danach den Teig nochmals durchkneten. Eine Aschkuchenform gut einfetten und mit Mehl ausstäuben. Anschließend den Teig in die Form füllen und im Backofen bei Mittelhitze (160 bis 170 Grad) ca. eine Stunde backen. Die Bäbe sollte goldbraun ausgebacken sein. Zur Probe sticht man mit einem Holzstäbchen in die Mitte der Bäbe. Haftet kein Teig mehr fest ist die Bäbe durchgebacken.
Man kann je nach Wunsch die Bäbe mit Zuckerguss verfeinern. Nach Meißner Rezeptur wird die Bäbe jedoch nur mit Butter bestrichen und mit klarem Zucker bestreut. Zur Bäbe wird meist ein kräftiger Bohnenkaffee getrunken.