Die Festschrift 125 Jahre Johanneskirche Meißen-Cölln

Repro vom Titelbild der Festschrift.

Die Festschrift 125 Jahre Johanneskirche Meißen-Cölln erschien im Jahre 2023. Herausgegeben wurde die Schrift von der Ev.-Luth. Johanneskirchgemeinde Meißen-Cölln, mit Beiträgen von Christof Voigt, Helga Flade und Martina Fischer.

Die Festschrift wurde gefördert aus dem Verfügungsfonds der Stadt Meißen aus Mitteln der Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden, Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ und dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Das Grußwort zu Beginn stammt von der Pfarrerin Renate Henke. Die darin enthaltenen Fotos sowie Kolorierung wurden von Hagen Henke unter der Verwendung von historischen Ansichtskarten der Firma Brück & Sohn bereitgestellt.

Die Festschrift

Nach Abschluss der Generalsanierung der Johanneskirche im Oktober 2023 fand eine Festwoche statt. Die Festschrift richtet sich dabei an alle, welche zum Gelingen der Generalsanierung beigetragen haben. Zeitgleich bietet die Schrift einen Überblick auf die interessante Geschichte des Bauwerkes sowie dessen Umfeld.

In verschiedenen Beiträgen, welche in einer Redaktionsgemeinschaft (Arbeitsgruppe) entstanden sind, erhält der Leser einen umfassenden Einblick in die lange Geschichte der Ev.-Luth. Johanneskirchgemeinde Meißen-Cölln. Mitglieder der Arbeitsgruppe „Festschrift 125 Jahre Johanneskirche Meißen-Cölln“ waren: Martina Fischer, Helga Flade, Hagen Henke und als Verantwortlicher Christof Voigt. Dazu noch ein Beitrag von Thomas Bretschneider. In den einzelnen Beiträgen werden mit zwei Ausnahmen keine Autoren benannt. Dabei wird die Johanneskirche ausführlich mit ihren Einrichtungsgegenständen vorgestellt und steht im Mittelpunkt der Festschrift. Die Autoren geben dem interessierten Leser zudem Einblicke in den Sanierungsablauf sowie dessen Kosten. Die Festschrift hat einen Umfang von 69 Seiten.

Inhalt

Das Buch beinhaltet die einzelnen Aufsätze:

  • Cölln und seine Geschichte (Seite 5 bis 10)
  • Die St. Urbanskirche (Seite 10 bis 14)
  • Der Alte Johannesfriedhof (Seite 14 bis 18)
  • Die Johannesschule (Seite 18)
  • Das Johannesstift (Seite 19)
  • Der Johannespark (Seite 19 bis 21)
  • Die Gesamtaussage der Kirche (Seite 22 und 23)
  • Der Altar und die Altarfenster (Seite 23 bis 26)
  • Die drei Rosettenfenster über dem Altar (Seite 27 und 28)
  • Die Kreuzigungsgruppe über dem Altar (Seite 29)
  • Das Fresco im Altarbogen (Seite 29 bis 32)
  • Die Jüngerberufung am Eingang (Seite 32 und 33)
  • Die Fresken im Eingangsraum (Seite 33)
  • Die Hochzeit zu Kana (Seite 34)
  • Die Hochzeit des Tobias (Seite 35)
  • Jesus und die Frau aus Samarien (Seite 36 und 37)
  • Das Gespräch mit Nikodemus (Seite 38 und 39)
  • Die Auferweckung des Lazarus (Seite 41)
  • Die Heilung am Teich Bethesda (Seite 43)
  • Jesus vor Gericht – seht welch ein Mensch! (Seite 45)
  • Der Auferstandene im Garten (Seite 47)
  • Blumen und Sprüche in den oberen großen Fenstern und am Deckengewölbe (Seite 48 und 49)
  • Die Jehmlich-Orgel (Seite 49 und 50)
  • Die Taufkapelle (Seite 50 bis 52)
  • Die Sakristei (Seite 52 bis 54)
  • Uhrwerk und Glocken (Seite 54 und 55)
  • Kleinere Kunstwerke: Lesepult, Engel, Türen, Altarkruzifix (Seite 55 und 56)
  • Die Sammlung der Pfarrbilder (Seite 56 und 57)
  • Der Fluch des Jeremias (Seite 58)
  • Maße, Zahlen, Material und Finanzierung (Seite 58 bis 61)
  • Die Nutzung der Johanneskirche (Seite 61)
  • Ein Gesamtwerk sanieren (Ein Beitrag von Thomas Bretschneider, Seite 62 bis 67)
  • Quellenverzeichnis (Seite 68)
  • Impressum & Danksagung (Seite 69)

Widersprüchliche Angaben und Kritik

Auffällig sind in der Festschrift aus dem Jahre 2023 einige Feststellungen, die in der einschlägigen Literatur, welche bisher als Zitat bzw. Quelle genutzt wurde, nun völlig anders geschildert wird oder davon abweicht. Leider wurden die betreffenden Textpassagen in der vorliegenden Publikation auch nicht mit Quellen oder Belegen bekräftigt. Sie bleiben damit zweifelhaft. Zudem wurden Aussagen getroffen, die wiederum grundsätzlich falsch sind.[1][2][3][4][5] Folgende Feststellungen oder Aussagen sind zweifelhaft oder gar falsch:

  • Seite 31, Zitat: Die volle, fast nackte Körperlichkeit wurde von Anfang an durch den Kirchenvorstand und selbst noch 1986 als anstößig empfunden, als das Landeskirchenamt die Übermalung zweier nackter Männeroberkörper mit goldenen Brustpanzern anordnete. Diese Feststellung ist jedoch falsch. Die Übermalung fand viel früher statt und ist schon auf einem Foto von 1902 vorhanden. Eine weitere Fotoaufnahme aus dem Jahre 1937, erstellt durch die Meißner Firma Brück & Sohn, belegt ebenfalls eindeutig die Tatsache, dass die beiden Männeroberkörper im Fresco bereits in dieser Zeit mit einem Brustpanzer „verhüllt“ waren. Die sogenannte „Verhüllung“ und Übermalung wurde damit nicht wie in der Festschrift von den Autoren behauptet, im Jahre 1986 durch das Landeskirchenamt „angeordnet“.[6][7]
  • Seite 57, Pfarrer Sieger von Kirchbach (1924-2014), Zitat: Die Stadt Meißen machte ihn zu einem ihrer Ehrenbürger, eine würdige Auszeichnung. Diese Aussage ist falsch. Unter den bislang 21 Ehrenbürgern der Stadt Meißen befindet sich keine Person mit dem Namen „Sieger von Kirchbach“.[8]
  • Seite 58, „Der Fluch des Jeremias“ (Gemälde von S. Schneider): Die in der Festschrift geschilderte Version über das Schicksal des Bildes wurde, beispielsweise im „Stadtlexikon Meißen“ von Günter Naumann völlig anders recherchiert. Demnach war das Gemälde ein Auftragswerk der Kirchgemeinde Dresden-Loschwitz und wurde dort niemals aufgestellt. Das Gemälde wurde laut G. Naumann erst während dem Wiederaufbau der Kirche nach 1990 zusammengerollt auf dem Pfarrhausboden in Loschwitz aufgefunden. Leider bleiben die Autoren der Festschrift von 2023 eine entsprechende Quellenangabe schuldig.
  • Seite 68 Quellenverzeichnis: Das Quellenverzeichnis ist lediglich eine einfach „Auflistung“ der verwendeten Literatur, ohne genaue Angabe der Textstellen und Seiten. In den einzelnen Textpassagen der Autoren gibt es ebenfalls keinerlei Hinweise auf die Quelle. Die allgemeinen Zitationsregeln wurden nicht beachtet. Die Nachprüfbarkeit durch den Leser ist nicht gegeben.

Fazit

Die Festschrift „125 Jahre Johanneskirche Meißen-Cölln“ aus dem Jahre 2023 stellt die Geschichte der Johanneskirche vor und geht dabei auch auf das Umfeld ein. In der Publikation gibt es jedoch einige Wiedersprüche und Falschaussagen. Die Festschrift verfügt über ein umfangreiches Literaturverzeichnis, es gibt jedoch keine Einzelnachweise oder Quellenangaben.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. C. E. Klinkicht & Sohn, Druck: Druckerei Klinkicht & Sohn, Meißen 1929, S. 657 (online).
  2. Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993, S. 152 und 183.
  3. Gerhard Steinecke: Unser Meißen – 1929-2004. Meißner Tageblatt, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 2004, ISBN 978-3-929705-09-6, S. 55, 59, 63 und 251.
  4. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 146 bis 149.
  5. Karl May: Briefwechsel mit Sascha Schneider, Band 93, Karl May Verlag Bamberg-Radebeul, 2009, S. 99 und 522.
  6. Vergleiche dazu Bildtafel auf Seite 120. In: Gerhard Hickmann: Johannes-Gemeinde, Meissen und seine Kirchen, Verlag von Arwed Strauch Leipzig, ohne Jahr (1902).
  7. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 148.
  8. Vergleiche dazu Homepage der Stadt Meißen (https://www.stadt-meissen.de/de/ehrenbuerger.html)