Der städtische Turnplatz

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„Der ehemalige Turnplatz in Meißen beim Hochwasser am 8.9.1890. Aus dem Vermächtnis Otto Horn“ © Stadtarchiv Meißen, 14.2.11.01 Katastrophen 1784-1890, Signatur: XIa - 16.

Der städtische Turnplatz befand sich ab Juli 1846 in Meißen an der heutigen Wettinstraße im Triebischtal. Er war jahrelang eine Einrichtung des Turnvereins Meißen und diente vorrangig der Bewegung und der sportlichen Betätigung.

Geschichte

Das Turnen galt bereits schon um 1840 als beliebte Freizeitbeschäftigung, welche man besonders während der Sommermonate im Freien betrieb. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts sind Turnplätze auch in Meißen belegt. Der „städtische Turnplatz“ an der Wettinstraße war der erste Sportplatz Meißens und wurde bereits 1845 als „Schulturnplatz für Knaben“ genutzt.

Am 15. Juli 1846 gründete sich der erste Turnverein der Stadt. Es handelte sich um den „Turnverein Meißen“, welcher vom damaligen Bürgermeister Carl Hugo Tzschucke, Advokat Lindner und Porzellanmaler Ernst Schröter gegründet wurde. Der Turnlehrer der Fürstenschule, Karl Weigelt, wurde der erste Turnwart im Verein. Am 18. Juli 1846 konnte der Vereinsturnplatz hinter dem damaligen städtischen Friedhof an der Triebisch eingeweiht werden. Später wird das Areal umgangssprachlich und wohl auch zur besseren Orientierung, als „städtischer Turnplatz“ oder nur als „Turnplatz“ bezeichnet. Eine offizielle Namensvergabe als „städtischer Turnplatz“ ist allerdings nicht belegbar.

Beim Hochwasser im September 1900 war auch der gesamte Platz überschwemmt. Der „städtische Turnplatz“ wird im Juni 1902 zwecks Durchführung der Wettinstraße bis zur Neugasse aufgefüllt und auch die Triebisch-Ufermauer wird dabei fertiggestellt.[1][2]

weitere Nutzung

Wie lange es den Turnplatz eigentlich gab ist bisher nicht geklärt. Da 1869 in unmittelbarer Nähe die Maschinenfabrik Schindler & Grünewald einige Fabrikgebäude errichtet hatte, ist zu vermuten, dass dabei auch der Turnplatz bebaut worden ist. Später wurde das Unternehmen im Jahre 1935 vom Turbinenbau A. Kuhnert & Co. übernommen und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik ein Betriebsteil vom VEB Turbowerke Meißen. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Turnplatz-Gelände ein Supermarkt mit Parkplatz.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993, S. 109, 131 und 156.
  2. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 310 bis 313.