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Grafik „Feierabend“ von Ludwig Richter 1867.

Ab dem Jahr 1549 gab es auf dem Turm der Frauenkirche (Stadtkirche) am Markt einen Türmer und eine Türmerwohnung. Der Türmer, damals auch „Glöckner“ genannt, war ein Angestellter der Stadt, welcher in erster Linie die Aufgabe hatte die Bürger bei ausbrechenden Feuer zu alarmieren. Zudem musste er das umliegende Land beobachten ob sich der Stadt eventuelle Feinde näherten.

Eine erste Türmer-Dienstanordnung gab es 1610. Weitere Aufgaben des Türmers waren die Glocke (Seigerglocke) zur Anzeige der Uhrzeit zu schlagen und für die Sicherheit in der Stadt zu sorgen. Zur Anzeige der Uhrzeit hatte er in der Nacht jede Viertelstunde nach den vier Himmelsrichtungen je ein Zeichen zu geben. Dabei arbeitete der Türmer eng mit den Nachtwächtern sowie den sogenannten „Stadtpfeifern“ zusammen. Die Signale bei Feueralarm werden zunächst noch mit dem Horn gegeben, ab 1595 wird mit einer Trompete geblasen. Wurde vom Türmer „Feueralarm“ geblasen, so musste der Türmer zusätzlich zum Signal, die Richtung, in der das Feuer ausgebrochen war, bei Nacht mit einer roten Laterne und am Tage mit einer roten Fahne anzeigen.[1]

Geschichte

Am 27. April 1547 traf ein Blitzschlag den Turm der Frauenkirche und richtet großen Schaden an. Der obere teil des Turms der Frauenkirche erhält zwischen 1548 und 1550 seine heutige Form. Im achteckigen Aufbau baute man auch die „Seigerglocke“, einen „Seyger“ mit „Schelle“ (Uhr mit Uhrglocke) ein. Zudem baut man einen Turm-Umgang, die Türmerwohnung und die darüber das Bauwerk bekrönende Haube und Laterne. Am 22. Oktober 1549 wurde die neue Wetterfahne aufgesetzt. Der Turm-Umgang wird jedoch erst 1550 fertig.

Im Jahre 1878 bekommt der Türmer der Frauenkirche Ludwig Speckelmeyer vom Stadtrat die Genehmigung, zur Aufbesserung seines Gehaltes für Turmbesteigungen von Erwachsenen 20 Pfennige und von Kindern 10 Pfennige zu verlangen. Zur Sicherheit der Türmer nebst seiner Familie wird 1899 an der Nordseite des Frauenkirchturms außen eine Feuerleiter angebracht. Die Leiter führt von der Aussichtsplattform nach unten. Die Feuerleiter wird am 18. April 1899 bei einer Übung der Freiwilligen Feuerwehr Meißen an der Frauenkirche (1899) ausgiebig getestet. Die Leiter begann acht Meter über dem Erdboden und hatte 143 Stufen. Mit der Inbetriebnahme einer elektrischen Feuermeldeeinrichtung für das Gebiet der Stadt Meißen am 1. Juni 1907, entfiel das Amt des von der Stadt angestellten Türmers auf dem Turm der Frauenkirche.

Besonderheit

An der achteckigen barocken Turmhaube der Frauenkirche am befand sich einst noch ein Schornstein. Der Schornstein ermöglichte lange Zeit das Heizen der Türmerwohnung und stand ständig in der Kritik der Heimatforscher. Man war der Meinung, dass ein Schornstein auf einem Kirchendach fehl am Platz ist und den Gesamteindruck stört. Das zusätzliche Bauwerk wurde nach 1907 wieder entfernt.[2][3]

Literatur

Einzelnachweise

  1. P. M. L. B. Lampadius: Die Frauenkirche der Stadt Meissen. In. Meissen und seine Kirchen, Sonderabdruck aus der „Neuen Sächsischen Kirchengalerie“, Ephorie Meissen, Verlag von Arwed Strauch, Leipzig, ohne Jahr, S. 54 und 75.
  2. Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993, S. 51, 52, 138, 148 und 161.
  3. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 88 und 89.