Der Schafstall
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Als Schafstall wurde umgangssprachlich das nach dem Brand der Domtürme 1547 auf dem verbliebenen Stumpf der Turmanlage errichtete Bauwerk bezeichnet. Das Gebäude war eine Art Fachwerkbau und deckte den Stumpf der abgebrannten Domtürme ab. Auf zahlreichen historischen Grafiken ist das von der Bevölkerung als hässlich empfundene Bauwerk noch zu sehen.
Geschichte
Der Brand der Türme vom Meißner Dom am 27 April 1547 durch Blitzschlag hatte auch das Gewölbe des Westjoches im Haupt- und Nordschiff durch die Glut der stürzenden Massen stark beschädigt. Erste Ausbesserungen wurden 1595 durch Meister Melchior Brunner ausgeführt, der dabei architektonische Störungen vermied.[1] Obwohl die Zerstörung der Domtürme bis zum dritten Geschoss reichte, konnte man sich lange Zeit nicht dazu durchringen die Turmanlage wieder zu ergänzen. In dieser Zeit hatte man die Westturmfront oberhalb des dritten Geschosses nicht wieder abgedeckt.
Der Schafstall
Erst in den folgenden Jahrzehnten wurde die Westturmfront mit einem vermutlich aus Fachwerk bestehenden doppelgeschossigen Querbau überbaut. Zwei parallel verlaufende Satteldächer schlossen nun das Bauwerk ab. Im Jahre 1698 hatte man den Turmaufsatz erneuert. Bis 1842 blieb dieser Zustand bestehen.
Bereits 1841 hatte der damalige Direktor der Leipziger Bauschule, Albert Geutebrück, den Abbruch der schadhaften Fachwerksgeschosse vom „Schafstall“ vorgeschlagen, um über dem dritten Turmgeschoss eine durchgängige Plattform zu schaffen. Der Vorschlag wurde aufgegriffen und vom Baumeister Ernst Zocher ausgeführt. Die Plattform war dabei von einer Maßwerkbrüstung und Filialen verziert, welche damals von Gottfried Semper mit heftigen Worten kritisiert wurde. Die Westturmanlage blieb jedoch weiter unvollendet.[2]
Literatur
- Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen, Druck und Verlag, Klinkicht & Sohn, Meißen, 1929.
- Heinrich Magirius: Der Meissner Dom im Nachmittelalterlicher Zeit. Der Meißner Dom nach der Reformation, in Die Restaurierung des Doms zu Meißen 1990-2002, Herausgeber: Günter Donath, Frauenhofer IRB Verlag, 2003, ISBN 3-8167-6214-X.
Einzelnachweise
- ↑ Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen, Druck und Verlag, Klinkicht & Sohn, Meißen, 1929, S. 463 und 464.
- ↑ Heinrich Magirius: Der Meissner Dom im Nachmittelalterlicher Zeit. Der Meißner Dom nach der Reformation, in Die Restaurierung des Doms zu Meißen 1990-2002, Herausgeber: Günter Donath, Frauenhofer IRB Verlag, 2003, S. 26 bis 29.