Das Haus des Bankiers Kröber am Heinrichsplatz Nr. 7

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Gebäude Heinrichsplatz Nr. 7.
Das Bankhaus Kröber am Heinrichsplatz um 1901.
Skulptur am Gebäude Heinrichsplatz Nr. 7.
Wappen am Erker.

Das Haus des Bankiers Kröber am Heinrichsplatz Nr. 7 wurde 1900 im Stil der Neurenaissance mit viel Zierwerk gebaut. Der Architekt war Hans Klinke. Der Neubau wurde dabei dem Vorgängerbau nachempfunden, welcher 1900 abgetragen wurde.

Das Gebäude befindet sich in Nähe der Elbstraße, der Leipziger Straße und dem Stadtmuseum in der Altstadt von Meißen. Der Heinrichsplatz ist heute eine Fußgängerzone.

Geschichte

Im Vorgängerbau, ein Frührenaissancebau von 1533, gründete der Bankier Carl Kröber bereits am 30. Juli 1866 das erste Bankgeschäft in Meißen. Das Haus Heinrichsplatz Nr. 7 ist seitdem der Sitz von Banken bzw. Bankfilialen.

Das Gebäude besitzt noch Giebel und Erker vom Vorgängerbau. Am Erker gibt es zudem noch dekorative Portrait-Medaillons und an der Eckfassade zum Löwengäßchen befindet sich eine Steinskulptur mit Bezug auf Elbe, Handel und Bankwesen. Die Figur hält einen gefüllten Geldbeutel in der rechten ausgestreckten Hand und in der linken Hand eine Papierrolle. An seinen Füßen liegt ein Anker.

Die Geschäftsräume vom Bankhaus „Kröber & Co.“ befanden sich an der Ecke zum Löwengäßchen. Zudem war im Haus auch noch die „Buch- und Musikalienhandlung Louis Mosche untergebracht. An der Ecke zur Elbstraße befand sich damals schon der dekorative Erker, welcher auch noch heute erlebbar ist.

Porträt-Medaillons am Erker

Der Erker wurde 1900 originalgetreu unter Verwendung der originalen Porträt- und Wappen-Medaillons aus dem Jahren 1533 bzw. 1541 nachgebildet. Auf den Portrait-Medaillons sind von links nach rechts dargestellt:

  • Herzogin Agnes: Sie war die Tochter des Landgrafen Philipp von Hessen und Gemahlin des albertinischen Herzogs und späteren Kurfürsten Moritz.
  • Kaiser Karl V. (1500-1558)
  • Herzog Georg der Bärtige (1471-1539), ein Albertinischer Wettiner, hier auf dem Medaillon letztmalig ohne Bart dargestellt.
  • Herzog Moritz (1521-1553), ab 1547 Kurfürst).

Kaiser Karl V. und Herzog Georg der Bärtige sind auf den Medaillons mit dem Orden vom „Goldenen Vlies“ dargestellt. Alle Medaillons wurden erst in neuerer Zeit vergoldet.

Wappen-Darstellungen am Erker

Dargestellt sind von links nach rechts:

  • Das Wappen von Hessen.
  • Das Wappen von Polen (Herzog Georgs Gemahlin Barbara war polnischer Abstammung).
  • Zweimal das sächsische Rautenwappen (der „Sachsenschild“).[1][2]

Das Haus ist künstlerisch, städtebaulich und baugeschichtlich von Bedeutung und steht mit der „Obj.-Dok.-Nr. 09265483“ auf der Liste der Kulturdenkmale vom Freistaat Sachsen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993, S. 155.
  2. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 124 bis 127.