Ceremonienmeister August Friedrich Kettner
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Der Ceremonienmeister August Friedrich Kettner war um 1900 ein Schneidermeister, Kirchendiener und Zeremonienmeister in der Altstadt von Meißen.
A. F. Kettner wohnte am damaligen „Lutherplatz“ Nr. 11 (heute An der Frauenkirche). Er war als sogenannter Zeremonienmeister und Grabbitter tätig.[1] Die Tätigkeit als „Ceremonienmeister“ und „Grabbitter“ gab es noch bis zum frühen 20. Jahrhundert. Später wurde es üblich in den Tageszeitungen eine Traueranzeige zu veröffentlichen.
August Friedrich Kettner und auch der Ceremonienmeister Ernst Richter waren in dieser Zeit die letzten Grabbitter, welche in der Stadt Meißen noch nach alter Tradition besondere Dienstleistungen für die Verstorbenen und den Hinterbliebenen erbrachten.
Aufgaben um 1900
A. F. Kettner war bereits um 1893 mit den Aufgaben eines Zeremonienmeisters betraut und übte seine Tätigkeit bis um 1916 aus. Er war später zudem Bestattungsmeister der Beerdigungs-Gesellschaft der Schneider-Innung.
Im Auftrage der Hinterbliebenen lud er Verwandte und Bekannte zur Trauerfeier und der Beerdigung ein. Dazu suchte er persönlich die betreffenden Leute in ihren Häusern oder Wohnungen auf. Er überbrachte dabei auch private Traueranzeigen und Trauerbriefe.
Zudem leitete er später bei den Trauerfeierlichkeiten auf dem Friedhof die Bestattungszeremonie. Er übernahm auch vorher sämtliche Vorbereitungen und kümmerte sich um die gewünschte Ausrichtung der Bestattung. War der Verstorbene Mitglied einer Zunft oder einer Innung übernahm er zur Bestattung alle rituellen Aufgaben. Er entrichtete auch im Auftrag der Hinterbliebenen die Gebühren beim Pfarrer und für die Grabstelle. Nicht selten wurde er auch nach der Beerdigung zum sogenannten Totenschmaus eingeladen. Danach verabschiedete er die Trauergäste und bedankte sich für ihre Teilnahme an der Beerdigung im Namen der Hinterbliebenen.[2]
Literatur
- Verschiedene Adressbücher der Stadt Meißen.