Carl Heinrich Ferdinand Schütze
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Carl Heinrich Ferdinand Schütze (* 24. Februar 1778 in Meißen; † 14. Mai 1860 in Dresden) war ein Kaufmann, Rittergutsbesitzer und ab 1836 Ehrenbürger der Stadt Meißen. Schütze war wesentlich an der Finanzierung der 1814 gegründeten Anstalt „Waisenhaus zu Meißen“ beteiligt. Das Waisenhaus war ein Privatunternehmen und versorgte die durch den „französischen napoleonischen Krieg“ verwaisten Kinder.
Das Grundkapital vom Waisenhaus zu Meißen betrug 1600 Taler, wovon Schütze allein 400 Taler spendete. Untergebracht war das Waisenhaus zunächst im Lorenzhospital in der Lorenzgasse. Dort gab es 1 Lehr- und Arbeitssaal, 1Wohnstube, 2 Schlafsäle und 2 Krankenstuben. Zum Waisenhaus gehörte ebenfalls ein Garten, in dem jedes Kind ein Beet zur freien Nutzung erhielt.
Obwohl das Waisenhaus zunächst für 24 Zöglinge vorgesehen war, waren dort bis 1816 bereits 27 Waisenkinder untergebracht. Eine Vereinigung mit dem Waisenhaus in Pirna erfolgte 1830. Danach wurden auch Kinder nach Pirna verlegt. Finanziert wurden die Zöglinge in Pirna jedoch weiterhin vom Verein „Waisenhaus zu Meißen“. Im Jahre 1922 musste das Waisenhaus in Pirna wegen der Inflation und anderen finanziellen Gründen geschlossen werden und einige Zöglinge mussten in Privatpflege gegeben werden. Trotzdem finanzierte der Meißner Verein die Zöglinge weiter bis zu ihrer Entlassung. Die „Selbstauflösung“ vom „Waisenverein zu Meißen“ erfolgte am 18. Mai 1934.
C. H. F. Schütze hatte bereits 1855 den Fond vom Waisenverein um 500 Taler aufgestockt und eine wohltätige Stiftung gegründet. Er gab 1500 Taler zur Finanzierung für gesunde und billige Wohnungen (Zahlung der Mieten), welche Unbemittelte bewohnen konnten. Er gab weiterhin 1000 Taler für eine Meißner „Kinderbewahranstalt“ (Kindergarten) sowie 500 Taler für die „Spinn- und Nähschule zu Meißen“. Die Kinder der Einrichtungen bekamen jährlich zu Schützes Geburtstag am 24. Februar eine sogenannte „Festspeisung“. Zudem stellte Schütze weitere 500 Taler für den „Verein zu Rath und Tat“ zur Verfügung. Damit sollten Notleidente Unterstützung zur „Bestreitung von Winterbedürfnissen“ (warme Kleidung, Heizmaterial etc.) erhalten. Schütze verfügte testamentarisch, dass seine bereits bestehende Stiftung weiter aufgestockt werden sollte. Es waren 3500 Taler für Wohnungsmieten, 1000 Taler für die Kleinkinderbewahranstalt und 500 Taler für den „Verein zu Rath und Tat“ vorgesehen.
Laut Testament waren noch zwei weitere Stiftungen einzurichten. Demnach waren 3000 Taler zur Unterstützung von unbemittelten Schülern der Stadtschule zu Meißen zu verwenden, welche sich durch besonderen Fleiß auszeichneten und 100 Taler sollten die Witwen ständiger Lehrer an der Stadtschule unterstützen.[1] Schütze verstarb am 14. Mai 1860 in Dresden und wurde in Schweta bei Mügeln, wo er ein Rittergut besaß, beigesetzt.
Ehrungen
- Die Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Meißen erfolgte mit dem Überreichen der Ehrenurkunde am 31. März 1836.
- Die ursprünglich als „Straße D“ angelegte Straße im Triebischtal wurde am 11. Oktober 1876 nach C. H. F. Schütze zur Schützestraße umbenannt.
Literatur
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax–Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Einzelnachweise
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax-Verlag, Beucha 2009, S. 298.