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Blick auf das Burglehnhaus von der Schloßbrücke.
Gedenktafel und Steinkreuz.
Das Renaissance-Portal.

Das Wohnhaus Freiheit Nr. 2 wird als Burglehnhaus bezeichnet. Sein äußeres Erscheinungsbild wird durch mehrere Bauphasen in der Zeit von 1522 bis 1917 geprägt. Das Renaissance-Portal an der Schloßbrücke geht auf 1550 zurück. Eine gusseiserne Gedenktafel von 1890 trägt die Inschrift „Hier wohnte Ludwig Richter 1828-1836“. Angebracht wurde die Tafel vom Verein für Geschichte der Stadt Meißen. Unter der Gedenktafel vor der Hausfront befindet sich ein Steinkreuz, dessen Bedeutung heute umstritten ist.

Geschichte

Das Haus gehörte vermutlich mit zu den vielen „Burghutslehnen“, welche einst an die adligen Burgmannen, die zum Burgdienst (Wachdienst) verpflichtet waren vergeben wurden. Einige dieser Häuser wurden später als „Adelsfreihöfe“ zum Zubehör adeliger Rittergüter. Die sogenannten „Burgmannen“ unterstanden dabei nicht der städtischen Gerichtsbarkeit. Sie hatten keine Abgaben zu leisten und besaßen die Adelsfreiheit.

Am Ort des heutigen Burglehnhauses ist erstmals für 1444 ein Haus urkundlich belegt. Im Jahre 1522 gelangten der Turm, die Hofstatt und die Stallungen vom Hohlweg in den Besitz des Wolf v. Schleinitz auf Ragewitz. Beim Angriff der Schweden auf die Burg 1645 wurde das Haus stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Haus wurde 1649 vom Prokuraturverwalter Peter Werdermann wieder aufgebaut und nach dem Hohlweg erweitert. Damals hatte der Gebäudeteil am Hohlweg nur ein Obergeschoss und der Bogen der Schloßbrücke blieb noch frei. Im Jahre 1743 erhöhte Johann Albrecht Klimm, ein Mathematik-Lehrer an der Fürstenschule, den Gebäudeteil am Hohlweg auf 5 Stockwerke. Gleichzeitig erweiterte er das Burglehnhaus noch nach dem Jahnaischen Freihof zu. In dieser Zeit kam auch die umgangssprachliche Bezeichnung als „Burglehnhaus“ auf.

Größtes Mietshaus

Das Haus war damals das größte Mietshaus in Meißen. Am Ende des Jahres 1874 hatte das Burglehnhaus 152 Bewohner, darunter waren 59 Kinder unter 14 Jahren. Als das „bewohnteste“ Haus innerhalb der Stadt wurde es Ende 1890 bezeichnet. Es gab im Haus 39 Haushaltungen und es wohnten 166 Personen darin. Ende 1898 waren dort 43 Haushaltungen mit 90 Kindern untergebracht. Am Anfang des 20. Jahrhundert wohnten im Burglehnhaus noch 44 Familien. Die einzelnen Wohnungen waren dabei meist dunkel und schlecht durchlüftet.

Umbau 1916/17

In den Jahren 1916/17 erfolgte der Umbau vom Haus durch den Architekten Hans Gerlach im Auftrage des Besitzers Rudolf Bierling. Ausgeführt wurden die Bauarbeiten von der Meißner Firma Otto & Schlosser. Dabei fiel im Inneren die Bausubstanz aus der Renaissance-Zeit weg. Zudem wurde im Hof ein Treppenhaus errichtet. Die einst offenen Loggien hatte man 1925 aus Gründen des Witterungsschutzes geschlossen.

Nach 1945

Eine Fassadeninstandsetzung erfolgte 1984. Im Haus gab es in dieser Zeit noch 22 Wohnungen. Ab dem Jahre 1994 wurde das Burglehnhaus mit Veränderung des Wohnungszuschnitts umfangreich saniert. Installiert wurde beispielsweise ein rapsölbetriebenes Blockheizkraftwerk. Dessen Übergabe war am 7. Dezember 1994. Das Heizkraftwerk versorgt dabei auch die Gebäude vom Klosterhof mit Wärme. Der Einbau eines Aufzuges erfolgte 2004/05. Zudem wurde das Dach erneuert und an der Fassade erfolgte die Verglasung der Loggien.[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 91 und 92.