Bischofsschloss
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Das ehemalige Bischofsschloss befindet sich an der Südost-Ecke vom Burgberg am Domplatz Nr. 3. Es handelt sich um ein Bauwerk der Spätgotik. Im Durchgang vom Domplatz zum Hof vom Amtsgericht ist zusammen mit dem kaiserlichen Wappen auch eine auf Kaiser Karl V. bezügliche Inschrift „Carolus Quintus Romanorum Imperator semper Augustus“ angebracht. Die Inschrift bezieht sich vermutlich auf die Tatsache, dass das Bischofsschloss nach der Reformation unter kaiserlichen Schutz stand.
Am Fuße vom Bischofsschloss gibt es den Rundweg am Burgberg von dem man einen schönen Blick auf die Stadt Meißen und das Elbtal hat.
Geschichte
Der Baubeginn war im Jahre 1476 unter Bischof Johann v. Weißenbach (1476-1487). Das bischöfliche Wappen über dem Portal erinnert noch heute daran. Sein Nachfolger Johann von Saalhausen (1487-1518) stellte das Gebäude nur soweit fertig, dass er es gelegentlich mit etwa 30 Personen und 20 Pferden nutzen konnte. Die Residenz der Bischöfe war bereits um 1400 nach Stolpen verlegt worden.
Erst unter Bischof Johann v. Schleinitz (1518-1532) wurde der Bau vollendet. In der Zeit von 1588 bis 1607 wurde im Bischofsschloss das ev. -luth. Konsistorium untergebracht, danach stand das Gebäude leer. Im Jahre 1614 zog die kurfürstliche Verwaltung ein. Der Prokuraturamtsverwalter Peck bezog im Bischofsschloss seine Wohnung. Um 1637 erfolgte der Einbau eines Schüttbodens und das Gebäude wurde teilweise als Getreide-Schütthaus genutzt. Zudem wurde im Schloss noch die Amtsfronfeste untergebracht. Durch einen Sturm 1645 nahm das Gebäude großen Schaden. Das Dach war erst 1653 wieder fertiggestellt. Noch bis 1671 gab es im Gebäude keine Glasfenster. Die Fensteröffnungen waren nur durch vorgenagelte Bretter gesichert.
Nutzung durch die Porzellanmanufaktur Meißen
Nach 1710 wurde das Bischofsschloss für Beamte der Porzellanmanufaktur Meißen als Wohnraum genutzt. Beim Großbrand am 9. Oktober 1720 brannten die Getreideschüttböden bis auf das unterste Stockwerk aus. Auch der Bischofsturm brach dabei herunter. Das Bischofsschloss und der Bischofsturm wurden bis 1722 wiederhergestellt. In dieser Zeit bekam der Bischofsturm auch die noch heute vorhandene, charakteristische barocke Haube. Nach 1722 wurde das Bischofsschloss wieder als Kornhaus und für Beamtenwohnungen genutzt. Um 1750 erfolgte die Vermietung für einen großen Teil an die Porzellanmanufaktur. 1827 und nach dem Abschluss des Rechtsstreit zwischen dem Prokuraturamt und dem Domkapitel trat das Domkapitel für jährlich 100 Taler dem Prokuraturamt das ehemalige Bischofsschloss ab. Im Jahre 1830 verlegte man das Prokuraturamt und das Schuljustizamt in das ehemalige Bischofsschloss. Nachdem beide Ämter 1836 aufgelöst wurden zog das Kreisamt von der alten Schösserei bis zum Jahr 1856 in das Bischofsschloss um.
Gerichtsgebäude
Ab dem 1. Oktober 1856 wurde das ehemalige Bischofsschloss zum Gerichtsgebäude. Es diente nun als „Königliches Bezirksgericht“ und als „Königliches Gerichtsamt Meißen“. Im Jahre 1879 erfolgte die Ablösung durch das „Königliche Amtsgericht Meißen“. In den Jahren 1911/12 gab es einen durchgreifenden Innen-Umbau. Ab dem 1. September 1952 erfolgte die Umbildung zum „Kreisgericht Meißen“. Ab dem 1. Januar 1993 wurde das Gericht zum „Amtsgericht Meißen“.[1]
Literatur
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Einzelnachweise
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 38 und 39.