Bienenwirtschaft Meißen

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Honigbiene bei der Arbeit.
Bienenhonig.
Die Bienenwirtschaft Meißen in der Talstraße.

Die Bienenwirtschaft Meißen ist heute unter dem Namen „Bienenwirtschaft Meißen GmbH“ ein Unternehmen in Zaschendorf in der Jägerstraße Nr. 2 im Stadtteil Cölln. In der Bienenwirtschaft Meißen wird vorwiegend das Naturprodukt Honig nach der deutschen Honigverordnung abgefüllt. Lieferanten von Honig sind vor allem Imker aus der Region, Vertragsimker aus anderen europäischen Ländern und Imker aus Übersee.

Geschichte

Der um 1955 gegründete „Volkseigene Erfassungs- und Aufkaufbetrieb“ (VEAB) „VEAB Bienenwirtschaft Meißen“ gehörte mit zu den Handelsbetrieben der DDR. Die Hauptaufgabe bestand im Aufkauf von landwirtschaftlichen Produkten wie auch Honig.

VEB ab 1971

Im Jahre 1971 gründete sich der „VEB Bienenwirtschaft Meißen“. Der VEB verlegte nach der Gründung seinen Sitz von der damaligen Leninstraße (heute Talstraße) Nr. 94 bis 97, nach der Zscheilaer Straße Nr. 57. Im Jahre 1988 wird eine moderne Abfüllanlage aus Belgien installiert.

Die Abfüllanlage wurde damals mit 44 Lastzügen aus Belgien abgeholt und ging am 14. Dezember 1988 in Meißen in Betrieb. Die Anlage brachte eine Erhöhung der Abfüllkapazität von 50 % und kostete 3,2 Mio. DM (Valuta-Mark). Um die Investitionssumme aufzubringen hatte der VEB Bienenwirtschaft Meißen insgesamt 2000 t Honig aus der DDR abgefüllt und an eine Handelsfirma in der BRD geliefert. Die Lieferung erbrachte damals ca. 5 Mio. DM. Die Modernisierung der Abfüllanlage erwies sich auch noch später als gute Voraussetzung für die Entwicklung des Betriebes.

Fakten und Zahlen

  • Auf den „agra“-Landwirtschaftsausstellungen der DDR in Markkleeberg ist die Bienenwirtschaft Meißen regelmäßig als Aussteller vertreten und erhält Auszeichnungen.
  • 1979 kommen mehr als 90 % des Honigs in der DDR aus eigener Quelle und werden von der Bienenwirtschaft Meißen aufgekauft, verarbeitet und abgefüllt. Der VEB ist alleiniger industriemäßiger Verarbeitungs- und Abfüllbetrieb für Bienenhonig in der DDR. Die eigenen Aufkaufbetriebe kaufen den Honig von etwa 460 000 Bienenvölkern, in den Händen von 39 000 Freizeitimkern, und 15 000 Völkern aus 50 Landwirtschaftsbetrieben an.[1]
  • Ab 1982 wurde der Bienenwirtschaft Meißen mit ihren damals vier Betriebsteilen die Aufgabe übertragen, den Honig von Freizeitimkern und von anderen Landwirtschaftsbetrieben, über eigene Aufkaufstellen aufzukaufen, zu lagern und für die Bevölkerung abzufüllen. Der aufgekaufte Honig musste dabei der „TGL 6775“ entsprechen. Die „Reinheitsgarantie“ wurde ständig von den eigenen Betriebslabors sowie der Bezirkshygieneinstitution überwacht und attestiert.[2]
  • Die Bienenwirtschaft Meißen hatte 1986 bereits ein Netz von 8000 Annahmestellen für geschleuderten Honig aufgebaut. In Kannen gefüllt, gelangte der Honig aus der DDR per LKW oder Waggon nach Meißen oder in einen der Betriebsteile. 1986 wurden 7600 t Honig von über 40 000 Freizeitimkern aufgekauft. Es wurden rund 24 Mio. Gläser mit naturreinem Honig in Meißen abgefüllt und dem Handel bereitgestellt. Abgefüllt wurden auch Zwiebel- und Majoranhonig.[3][4]
  • Auf einer „Honigschau“, veranstaltet vom VEB Bienenwirtschaft Meißen als zentraler Verarbeitungsbetrieb, werden 1987 in Berlin die auf der Basis von Honig hergestellten Cremes „Api royale“ und „Honigcreme“ vorgestellt. Außerdem präsentierte der VEB eine Palette von 30 reinen und 23 Honig-Mischsorten.[5]

ab 1990

Am Ende des Jahres 1989 gab es im VEB Bienenwirtschaft Meißen noch 184 Mitarbeiter. Der Abfüll-Betrieb für Bienenhonig war dabei der einzige in der DDR geblieben. Neben dem Stammbetrieb in Meißen gab es noch Betriebsteile in Oertzenhof im heutigen Landkreis Neustrelitz, Dessau und Tröbnitz. Der Betriebsteil Oertzenhof wird bereits 1990 geschlossen, die Standorte Dessau und Tröbnitz werden von der „Treuhand“ im Jahre 1993 verkauft. Im VEB Bienenwirtschaft Meißen gibt es am 1. Juli 1990 noch 155 Beschäftigte (darunter 108 Frauen, 3 Vorrentner, 3 Schwerbeschädigte und 10 Teilzeitbeschäftigte). Im Stammwerk Meißen gab es zu dieser Zeit noch 100 Beschäftigte.

Im Juli 1990 überlässt der Münchner Honigproduzent „Breitsamer + Ulrich GmbH & Co. KG“ der Bienenwirtschaft Meißen moderne technische Ausrüstungen. Am 23. August 1990 wird mit Gesellschaftsvertrag das Stammkapital von 50 000 DM auf 1 Mio. DM erhöht. Die Firma Breitsamer hält nun 54 % der Anteile, 46 % hält die „Treuhand“. Mit dem Gesellschaftsvertrag vom 10. Juni 1991, der rückwirkend zum 1. Januar 1991 gilt, kauft die Firma Breitsamer die Anteile der Treuhand auf und die Bienenwirtschaft Meißen GmbH ist nun als 100%ige Tochter der Breitsamer + Ulrich GmbH & Co. KG privatisiert.

Nach Umrüstung der Technologie läuft die Produktion in Meißen 1992 wieder an. Es wird dabei ein 80 % höherer Umsatz als 1990 erzielt. Der Ankauf von Rohhonig erfolgt nun von Imkern aus den östlichen Bundesländern und es gibt Importe aus Tschechien, Kuba, China, Argentinien, Mexiko und Frankreich (Stand 1996). Im Jahre 1992 kann eine in Konkurs gegangene Hamburger Abfüllfirma für Honig übernommen werden und 1994 wird die gesamte Bundeswehr mit Honig in Frühstücksportionen aus Meißen beliefert. Zudem erhält das Meißner Unternehmen 1994 für eine der angebotenen Honigsorten eine „CMA-Auszeichnung“ und wird am 6. November 1994 zum „Honiglieferant des belgischen Königshauses“ ernannt.

Im April 1996 sind im Unternehmen 50 Mitarbeiter (28 Männer und 22 Frauen) beschäftigt. Ab Juni 1996 wurde für 10 Mio. DM ein neuer Abfüllbetrieb auf dem Gelände der ehemaligen Zaschendorfer Kaserne errichtet, um die erforderliche Erhöhung der Abfüllkapazität sicherzustellen.[6] Bei laufender Produktion erfolgte am 1. August 1999 der Umzug in das neue Werk in Zaschendorf, Jägerstraße Nr. 2. Am 1. Januar 2000 wurde dort die Produktion aufgenommen.

Abfüllleistungen (Auszug)

  • 1987 = 8,5 t pro Tag
  • 1997 = 12 t pro Tag
  • ab 2000 = 30 t pro Tag

Allein zwischen 1990 und 2000 wurden insgesamt ca. 40 000 t Honig in der Bienenwirtschaft Meißen GmbH abgefüllt.[7]

Literatur

  • Verschiedene Pressemeldungen aus DDR-Tageszeitungen.
  • Günter Naumann: Meißner Chronik 1989-1996, Kreissparkasse Meißen 1996.
  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Heinz Weise: Süßer Nektartrank aus Blütenkelchen. In: Neue Zeit, Nr. 129, 2. Juni 1979, S. 6.
  2. Räder: Fleißige Bienen – In Meißen liefern 40 000 Imker „Süßes“ ab. In: Neue Zeit, Nr. 164, 15. Juli 1982, S. 7.
  3. Bernd Runge, ADN-Meldung: Bienen leisten „imme“nse Arbeit. In: Berliner Zeitung, Nr. 295, 15. Dezember 1986, S. 3.
  4. Bernd Runge: Für einen Eßlöffel Honig einmal um den Äquator. In: Neue Zeit, Nr. 298, 18. Dezember 1986, S. 7.
  5. J. G.: Vom Albrechtsapfel bis zum Zabergäu und 53 Honigsorten. In: Neues Deutschland, 3. Oktober 1987, S. 8.
  6. Günter Naumann: Meißner Chronik 1989-1996, Kreissparkasse Meißen 1996, S. 43 und 44.
  7. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, Beucha, 2009, S. 194 und 195.