Die Zündwarenfabrik Bickford & Co. um 1858.
Obelisk für die Opfer der Explosion bei Bickford & Co.
Detail der Inschriften am Obelisk.

Die Firma Bickford & Co. war eine Zünderfabrik im Triebischtal am Goldgrund 15. Sie befand sich in der Nähe der Hirschbergstraße. Hergestellt wurden dort vorwiegend Sicherheitszündschnüre. Das Mutterunternehmen aus England besaß damals noch weitere Fabriken in Belgien, Frankreich, Schweden und den Vereinigten Staaten.

Geschichte

Als erste Sicherheitszünderfabrik in Deutschland wurde 1844 die Fabrik gegründet und im Goldgrund der Betrieb aufgenommen. Die dort gefertigten Zündschnüre wurden zunächst vorwiegend im sächsischen Bergbau verwendet. Sie dienten jedoch auch für Sprengungen unter Wasser und für nasses Gestein. Zum Durchbrechen von Felsengestein beim Eisenbahnbau für Tunnels, waren die Schnüre ebenfalls nötig. Die Zünder wurden in Längen von 15 bis 30 Ellen (Sächsische Elle: ca. 0,5 m) und in verschiedenen Stärken hergestellt. Zwischen 1858 und 1867 wurde die Fabrik erweitert. 1867 hat man die Herstellung von Handbetrieb auf Dampfbetrieb umgestellt.

Am 9. Februar 1875 ereignete sich in der Fabrik eine schwere Explosion, bei der viele Arbeiterinnen, ums Leben kamen. Auf dem Stadtfriedhof befindet sich noch heute ein Obelisk aus Sandstein, der auf drei Seiten die Namen der 15 Opfer nennt. Auf der vierten Tafel steht: „Hier ruhen die Opfer der Pulverexplosion des 9. Februar 1875“.

Nach dem tragischen Unglück wird die Fabrik sofort wieder aufgebaut. Ab 1903 nimmt man dort auch die Produktion von elektrischen Minenzündern auf. Im Ersten Weltkrieg wird das englische Unternehmen Bickford & Co. vom 8. März 1915 bis 13. September 1918 unter deutsche Zwangsverwaltung gestellt und im Jahre 1916 die Liquidation angeordnet.[1]

Die Gebäude der Fabrik Goldgrund 15, werden nach dem Ersten Weltkrieg zunächst durch eine Zünderfabrik aus Berlin genutzt, doch später wieder verkauft. Die Fabrikgebäude und das Wohnhaus kommen am 12. Dezember 1929 schließlich in den Besitz der Maschinenfabrik August Schnelle.

Literatur

  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, S. 155.