Begräbniskirche St. Johannis
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Die Begräbniskirche St. Johannis war eine Kirche mit Kirchhof im Triebischtal, welche heute nicht mehr vorhanden ist. Die Kirche wird auch in der Literatur als "St. Johannes" oder "Johanneskirche" bezeichnet. Die Begräbniskirche befand sich einst auf dem Gelände des heutigen Käthe-Kollwitz-Parks in der Nähe der Wettinstraße an der Triebisch und wurde im Jahre 1903 abgetragen.[1]
Geschichte
Der Johanniskirchhof diente ab 1538 als neuer Stadtfriedhof, da der damalige Stadtkirchhof hinter der Frauenkirche am Tuchmachertor zu klein geworden war. Der Stadtrat von Meißen kaufte 1536 Grund und Boden außerhalb der Stadt, um dort einen neuen Stadtfriedhof an der Triebisch anzulegen. Die St. Johanniskirche wurde dabei vom Maurermeister Michael Weidemann erbaut. Sie wurde 1619 „unter Dach gebracht“ und 1626 vollendet. Geweiht wurde St. Johannis am 3. September 1626.[2]
St. Johannis

Von C. C. Gurlitt ist folgendes zur Begräbniskirche überliefert: An der Türe stand eingeschnitzt: 1624. Baumeister waren der Bürgermeister Bernhard Pflüger und Anton Starke, Zimmermeister Martin Grave, Steinmetz Jacob Zwicker. Die Kanzel schuf 1627 Balthasar Barthel, der sie „mit Gemälden und Inschriften reich verzierte.“ Die Kirche St. Johannis war 50 Ellen (25,25 m) lang und 30 Ellen (11,30 m) breit angelegt. In den napoleonischen Kriegen diente die Begräbniskirche als Futtermagazin.[3]
Später hatte man die inzwischen baufällig gewordene Begräbniskirche als architektonisch wertlos eingeschätzt. Zunächst sollte sie noch als Turnhalle genutzt werden, da sich bereits ganz in der Nähe der städtische Turnplatz befand. Dieser Vorschlag hatte jedoch keine Zustimmung gefunden. Bis zum Abriss der Kirche im Jahre 1903 wurde das Gebäude noch als Lagerhalle genutzt und dort das Material für die hölzernen Hochwasserstege eingelagert. Auch das Holz für die „schwimmenden Badehäuser“ der Meißner Elbbäder wurden dort eingelagert.[4]
Kirchhof (Friedhof)
Der Friedhof an der Triebisch wurde ab 1538 belegt. Er musste jedoch schon 1562 erweitert werden. Die nächste Erweiterung erfolgte 1591. Das Friedhofsgelände reichte damit stadtauswärts über die heutige Kerstingstraße hinaus.
Der Friedhof wurde mehrmals vom Hochwasser der Triebisch überschwemmt, zudem gab es erneut Platzprobleme. Der Friedhof wurde daher am 21. Oktober 1873 nach einer letzten Bestattung geschlossen. Nach Ablauf der vorgeschriebenen Liegezeit begann dessen Säkularisation im Jahre 1898. Historische Grabmäler wurden dabei in den Kreuzgang der Franziskanerkirche eingelagert. Direkt am Haus Wettinstraße Nr. 5 befindet sich noch heute ein Pfeiler des Eingangstores zum ehemaligen Stadtfriedhof.[5]
Literatur
- Cornelius Gurlitt: Beschreibung und Darstellung der älteren Bau- und Kulturdenkmäler des Königreichs Sachsen – Meißen (Stadt, Vorstädte, Afrafreiheit und Wasserburg), C. C. Meinhold & Söhne, 1917.
- Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. C. E. Klinkicht & Sohn, Druck: Druckerei Klinkicht & Sohn, Meißen 1929 (online).
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Einzelnachweise
- ↑ Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. C. E. Klinkicht & Sohn, Druck: Druckerei Klinkicht & Sohn, Meißen 1929, S. 667 (online).
- ↑ Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. C. E. Klinkicht & Sohn, Druck: Druckerei Klinkicht & Sohn, Meißen 1929, S. 667 (online).
- ↑ Cornelius Gurlitt: Beschreibung und Darstellung der älteren Bau- und Kulturdenkmäler des Königreichs Sachsen – Meißen (Stadt, Vorstädte, Afrafreiheit und Wasserburg), C. C. Meinhold & Söhne, 1917, S. 120, 478.
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 70 und 71, 164.
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 164 und 364.