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Anton Dietrich vor 1870.
Gründung Meißens durch Heinrich I. Wandbild der Albrechtsburg Meißen von Anton Dietrich.
Verteidigung der Burg mit Hilfe tapferer Meißner Frauen. Wandbild der Albrechtsburg Meißen.
Einzug Conrads von Wettin in Meißen. Wandbild der Albrechtsburg Meißen.
Giebelbild von 1894 am Sächsischen Finanzministerium in Dresden.

Anton Dietrich (*27. Mai 1833 in Meißen; † 4. August 1904 in Leipzig), war ein Kunstmaler und Historienmaler. In Meißen hat der Künstler ab 1873 in der Albrechtsburg den Kirchsaal und die Kapelle mit Wandgemälden ausgemalt.

Leben und Werk

Anton Dietrich wurde im Jahre 1833 als Sohn des Schneidermeisters Ignaz Dietrich in Meißen geboren. Gern streift er als Knabe durch die Wälder im Triebischtal und dessen Umgebung. Er besuchte die damalige Schule an der Franziskanerkirche am heutigen Schulplatz. Er ist dabei ein Schüler von Karl Gottlob Köhler, welcher dort auch Privatunterricht als Zeichenlehrer gibt. Im Alter von 14 Jahren kommt Anton Dietrich 1847 an die Kunstakademie Dresden. Er ist dort ein Schüler von Ernst Rietschel und dem Bildhauer Ernst Julius Hähnel. Aber auch Ludwig Richter nimmt sich dort seinen Studien an. Im Jahre 1848 beteiligte sich A. Dietrich an einer Kunstausstellung der der Dresdner Akademie und bekommt erste Anerkennungen. Im gleichem Jahr nahm ihn der Maler Eduard Bendemann als Schüler in sein Atelier auf. Er malte dort ein Selbstportrait und zeichnet einige Kompositionen zu den deutschen Geschichtswerken.

Zusammen mit Leonhard Gey wechselt er schon bald in das Atelier von Julius Schnorr von Carolsfeld. Er verdient sich nun auch seinen Lebensunterhalt als Illustrator bei einigen Kunsthändlern und Verlagen. Als freischaffender Künstler kann er jedoch noch nicht leben. Für das gräfliche Schloss zu Dölkau malt er gemeinsam mit Carl von Binzer einige Fresken. Dabei erlernt er von Binzer auch die Freskotechnik und die Temperamalerei. Gemeinsam gehen beide Künstler schließlich nach Weimar. A. Dietrich arbeitet nun viel auf dem Gebiete der monumentalen Wandmalerei. Für eine kurze Zeit geht er zurück nach Dresden und wird ein Meisterschüler bei Julius Schnorr von Carolsfeld. Auf einer Ausstellung wird sein Karton Rudolph von Habsburg an der Leiche Ottokars von Böhmen nach der Schlacht auf dem Marchfelde prämiert. Die Auszeichnung ist dabei auch mit einem großen Reisestipendium verbunden.

Studienreisen

Anton Dietrich wollte einen Teil vom Stipendium für eine Studienreise nach München verwenden, um dort beim Künstler Carl Theodor von Piloty einige Malstudien zu machen und nach dem prämierten Karton ein Bild malen. Der Wunsch wurde allerdings nicht erfüllt, aber er konnte dafür nach Düsseldorf reisen. So ging A. Dietrich von 1859 bis 1860 nach Düsseldorf und startete von dort zur großen Italienreise.

Die Reise durch Italien führten den Künstler nach Venedig und über Rom nach Neapel. Er kam 1865 über München nach Dresden zurück. In Dresden gründete er dann ein eigenes Atelier. Es entstand in Dresden ein erstes Werk zum Zyklus über Otto den Großen und gleichzeitig arbeitet er an monumentale Werken für öffentliche Gebäude. Im Jahre 1868 bekommt er den Auftrag die Aula der Dresdner Kreuzschule mit Fresken auszugestalten.

In Meißen

Im Auftrag des Sächsischen Finanzministeriums malt A. Dietrich ab 1873 in der Albrechtsburg Meißen den Kirchensaal und die Kapelle aus. Es entstanden dabei folgende Wandbilder, welche noch heute erlebbar sind.

  • Gründung Meißens durch Heinrich I.
  • Verteidigung der Burg mit Hilfe tapferer Meißner Frauen
  • Einzug Conrads von Wettin in Meißen
  • Einzelne Fürstengestalten mit ihren Gemahlinnen: Otto der Reiche, Hedwig von Brandenburg, Albrecht der Stolze, Sophia von Böhmen, Dietrich der Bedrängte, Jutta von Thüringen, Heinrich der Erlauchte, Konstantia von Österreich, Albrecht der Unartige, Margareta von Hohenstaufen, Friedrich der Gebissene, Agnes von Kärnten, Friedrich der Ernsthafte, Mechtild von Bayern, Friedrich der Strenge, Katharina von Henneberg, Friedrich der Streitbare, Katharina von Braunschweig, Friedrich der Sanftmütige und Margareta von Österreich.
  • Für die Kapelle im Kirchensaal malte er Otto den Großen als Gründer des Bistums Meißen und Bischof Benno.[1]

Im Jahre 1894 schuf der Künstler in Dresden das Giebelbild am Gebäude des Sächsischen Finanzministeriums, welches auf keramisch bemalten Fliesen hergestellt wurde. Zudem führt er an den Außenseiten des Königlichen Schauspielhauses in Dresden 12 Gemälde aus.

Nachdem er den Ruf an die Kunstakademie von Leipzig gefolgt war verstarb Anton Dietrich dort mit 71 Jahren am 4. August 1904. Seine letzte Ruhestätte findet der Künstler auf dem Leipziger Südfriedhof. Die Grabstätte blieb erhalten.

Werke (Auswahl)

  • Opfer Abrahams, Ölgemälde, geschaffen während seiner Zeit in Weimar.
  • Rudolph von Habsburg an der Leiche Ottokars von Böhmen nach der Schlacht auf dem Marchfelde, Karton, geschaffen im Atelier Julius Schnorr von Carolsfeld in Dresden.
  • Der verratene und verleugnete Heiland, Ölgemälde um 1868.
  • Acht Wandbilder in der Aula des Kreuzgymnasiums zu Dresden (1868–1873).
  • Das Abendmahl, Altarbild für die Zuchthauskirche von Waldheim, nach 1868.
  • Kirchsaal und Kapelle der Meißner Albrechtsburg ausgemalt (1873-1881).
  • Ausmalung der Aula des Dresdner Polytechnikums.
  • Lady Macbeth nachtwandelnd, überlebensgroße Monumentaldarstellung, Ölbild.
  • Christus, die Bergpredigt haltend, in der zerstörten Trinitatiskirche in Dresden.

Ehrungen

  • 1881 wird Anton Dietrich zum Ehrenmitglied der Kunstakademie Dresden ernannt.
  • 1881 bekommt Anton Dietrich den Albrechtsorden durch König Albrecht verliehen.

Literatur

  • Müller: Die Künstler aller Zeiten und Völker, Band 4, S. 103.
  • Müller: Biographisches Künstlerlexikon, 1882, S. 136.
  • Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler (1888), Meißen, 1888.

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler, Meißen, 1888, S. 18 bis 28.