Altmeißner Familiennamen
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Die vielen Altmeißner Familiennamen haben sich im Laufe der Jahre verändert, denn ursprünglich bestanden die Namen nicht selten aus kurzen Sätzen, welche zumeist befehlender Art waren. Die Namen ab dem 15. Jahrhundert fanden meistens in zufälligen Anlässen ihren Ursprung, doch auch Spott, Schwächen und die ausgeübten Tätigkeiten, prägten sie mit. Ein Spottname wurde damals nicht selten zum Eigennamen, den man zunächst nur im Mund seiner Mitbürger führte.
Allerdings sind dabei gerade Namen, welche gute Eigenschaften bezeichnen, wie zum Beispiel „Bleibtreu“ relativ selten zu finden. Dagen kommen die Namen „Hassenpflug“ (Hasse den Pflug), „Findekeller“ (der den Keller zu finden weiß), „Kehrein“, „Dumernit“ oder „Schabenkäse“ und “Hoppeindasmesser“ sehr oft vor. Entstanden sind die Familiennamen vorwiegend im 15. und im 16. Jahrhundert. Belegbar sind die Namen vor allem in den älteren Stadtbüchern und überlieferten Rechnungen der Stadt Meißen.
Altmeißner Familiennamen im 15. Jahrhundert
Belegbar sind Familiennamen wie:
- Drehbart (Drehe den Bart). Stadtrechnung von 1460.
- Griffzu (Greife zu). Stadtrechnung von 1460.
- Slanhufe (Schlage auf den Hufen). Stadtbuch.
- Suchenbom (Suche den Baum). Stadtbuch 2.
- Scheugenicht (Mache nicht scheu, verscheuche nicht) von 1481.
- Hauschild (Haue auf den Schild) von 1481.
- Hutermaid (Hüte der Maid), eine Meißner Fleischerfamilie im 14.- bis zum 16. Jahrhundert.
- Musterkol (Mustere, untersuche den Kohl). Stadtrechnung von 1473.
Altmeißner Familiennamen im 16. und 17. Jahrhundert
- Borsloch (Bohre das Loch) Stadtbuch 2.
- Springinkle (Springe in den Klee). Stadtbuch 7.
- Reimschüssel (Räume die Schüssel, ein starker Esser). Stadtbuch 2 und Meißner Steuerregister.
- Sturzkober (Stürze den Kober). Stadtbuch 2.
- Fellebom (Fälle den Baum). Stadtbuch 2 und Meißner Steuerregister.
- Jagenteufel (Superintendent Meißen 1574-1583).
- Zierenstein (Ziere den Stein). Stadtbuch 2.
- Grenebalt oder Greinebalt (Weine bald, schnell). Totenbuch der Stadtkirche (Frauenkirche) von 1624.
- Widuwilt oder Widewelt (Mach’s wie du willst). 1646.
- Haßbecher (Hasse den Becher, von einem Trinker oder wahrscheinlicher vom Ortsnamen Haßbach am Rhein abstammend). Die Haßbecher waren Meißner Tuchmacher.
- Leckschede, später auch Leckscheid bekannt. Stadtbuch 3.
Altmeißner Familiennamen im 18. Jahrhundert
Spätestens ab dem 18. Jahrhundert verschwinden allmählich die Satznamen, außer solcher, welche eine gute Eigenschaft bezeichneten, wie Hausschild oder Fellebom. Die Spottnamen wurden dagegen den Nachkommen doch unbequem und man vertauschte sie mit ähnlich klingenden Namen. Beispielsweise wurde aus „Greinebalt“ später „Grünewald“.[1]
Literatur
- Wilhelm Loose: Altmeißner imperativische Familiennamen. In. Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Meißen, Vierter Band, Kommission bei Louis Mosche, Meissen, 1897.
Einzelnachweise
- ↑ Wilhelm Loose: Altmeißner imperativische Familiennamen. In. Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Meißen, Vierter Band, Kommission bei Louis Mosche, Meissen, 1897, S. 15 bis 17.