Alter Johannesfriedhof

Der Alte Johannesfriedhof ist ein Friedhof im Meißner Stadtteil Cölln. Er liegt an der Johannesstraße gegenüber der Johanneskirche und erstreckt sich bis zur Dresdner Straße. Auf dem Friedhofsgelände befindet sich die Urbanskirche, deren Ursprung auf einen Kirchenbau aus dem 12. Jahrhundert zurückgeht. Einen weiteren Zugang zum Friedhof gibt es von der Kirchgasse und der Dresdner Straße.
Geschichte
Bereits um 1233 wird ein Kirchhof für Bestattungen urkundlich erwähnt. Der Friedhof war lange Zeit die Ruhestätte für Cölln, Zaschendorf und Spaar.
Im Jahre 1885 wurde der Friedhof bis zur damals geplanten Johannesstraße erweitert. Durch den Bau der Dresdner Straße und der Johannesstraße musste die Friedhofsmauer um einige Meter zurückversetzt werden. Mit dem Bau der Johanneskirche 1898 verlor die Urbanskirche ihren Rang als Pfarrkirche und diente nur noch als Friedhofskapelle. Seit der Eröffnung des Neuen Johannesfriedhofs 1909 an der Max-Dietel-Straße wird der Friedhof „Alter Johannesfriedhof“ genannt.[1][2] Der Friedhof wurde 1925 erweitert, um Verluste durch die Verbreiterung der Dresdner Straße auszugleichen.[3]
Grabstätten (Auswahl)
- Familie Christian Carl Kurtz: Besitzer der ehemaligen Papierfabrik in der Talstraße 80.
- Familie Georg Eduard Langelütje: Besitzer der Zuckerfabrik (später Elbdom-Meißen). Die Grabstätte befindet sich direkt an der Kirchmauer der Urbanskirche.
- Unternehmerfamilie Teichert: Ernst und Christian Teichert waren bedeutende Persönlichkeiten Meißner Keramikindustrie. Ihre Grabstätten spiegeln ihre Rolle in der industriellen Entwicklung Cöllns wider.
- Familie Haase: Die Grabstätte Kirchmauer der Urbanskirche ist ein Beispiel für Jugendstil-Friedhofskunst mit keramischen Gestaltungen aus Teichert-Keramik.
- Wilhelm Gustav Graf: Letzter Bürgermeister von Cölln und später Stadtrat in Meißen.
- Professor Emil Paul Börner: Malereidirektor der Porzellanmanufaktur Meißen und Schöpfer des Porzellanglockenspiels der Frauenkirche.
- Johannes Rudolf Hentschel: Maler, Radierer, Manufakturist und Mitglied einer renommierten Künstlerfamilie.
- Helmuth Gröger: Stadtarchivar und Stadthistoriker, bekannt durch sein Werk „1000 Jahre Meißen“.
- Lothar Sell: Grafiker, Keramiker und Illustrator.
Galerie
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Blick zum Friedhof mit Urbanskirche und Johanneskirche (2019)
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Grabskulptur auf dem Friedhof (2016)
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Eine alte Grabstätte (2016)
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Grabtafeln an der Urbanskirche (2016)
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Grabstätte von Emil Paul Börner (2016)
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Ein Grabmal aus Teichert-Keramik (2016)
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Blick vom Friedhof zur Johanneskirche (2017)
Literatur
- Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen, Druck und Verlag, Klinkicht & Sohn, Meißen, 1929.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5.
Einzelnachweise
- ↑ Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen, Druck und Verlag, Klinkicht & Sohn, Meißen, 1929, S. 675.
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5, S. 351 und 352.
- ↑ Gerhard Steinecke: Der alte Johannesfriedhof. 2007, abgerufen am 22.08.2024.