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Aquarell von Alfred Gelbhaar von 1925.
Grafik von Alfred Gelbhaar.

Alfred Gelbhaar (* 15. Mai 1890 in Chemnitz; † um 1950?) war ein Kunstmaler, Grafiker, Lithograph und Buch-Illustrator, welcher viele Jahre seines Lebens in Meißen künstlerisch tätig war. Er verlegte sein Atelier immer wieder an die verschiedensten Orte der Stadt. Nachweisbar ist seine offenbar letzte Meißner Anschrift im Adressbuch der Stadt Meißen in der Ausgabe von 1950. Demnach wohnte A. Gelbhaar als Kunstmaler im Stadtteil Cölln, Ratsweinberg Nr. 6.

Leben und Werk

Alfred Gelbhaar war Absolvent der Kunstgewerbeschule Dresden. Er ging nach dem Studium nach Reichenbach i. V. und arbeitete dort an der Graphischen Anstalt. Um 1920 kommt er nach Meißen und wohnt in der Großenhainer Straße Nr. 39. Noch wird A. Gelbhaar als „Akademiker“ geführt. Im Jahre 1924 wird er dann als „Kunstmaler“ geführt und hat sein Atelier in der Lutherstraße Nr. 1. Seine Wohnung befindet sich in der Vorbrücker Straße Nr. 34.[1]

A. Gelbhaar ist um 1920 Mitbegründer des Verlag der Truhe Meißen, die vom Verlagsbuchhändler und Verleger Fritz Pfeiffer geleitet wird. Die Geschäftsräume befinden sich zunächst in der Burgstraße Nr. 9, doch wechselt man später in die Burgstraße Nr. 3. Im Jahre 1950 sind die Geschäftsräume am Roßplatz Nr. 1 untergebracht. In dieser Zeit erscheinen mehrere Druckmedien, die von A. Gelbhaar gestaltet sind. Die Mappen und Kassetten für seine Grafiken lässt der Künstler bei Oswald Marx, einem Buchbinder in der Burgstraße Nr. 14 anfertigen. Zur Tausendjahrfeier 1929 ist er auf der Ausstellung vom Meißner Kunstverein in den Ausstellungsräumen der Albrechtsburg und des Burglehns „Meißner Kunst aus vier Jahrhunderten“ in Meißen mit dem Gemälde „Rückkehr der Reisigen“ (Ölgemälde auf Leinwand 89 x 70) von 1929 vertreten. Zudem wird im Saal VIII das Gemälde „Auf Proschwitzer Höhe“ (Ölgemälde auf Leinwand 104 x 99) ausgestellt.[2]

In den Jahren 1930 bis 1937 ging er mit seiner Frau Lisa Gelbhaar und dem gemeinsamen Kind nach Berlin und arbeitete als Werkmeister, Lithograph und Illustrator in einem Unternehmen für Landkarten und Stadtpläne. Wohnhaft ist er in dieser Zeit in Pankow, Gottschalkstraße Nr. 8.[3] Letztmalig wird die Familie im Berliner Adressbuch von 1937 aufgeführt.[4] Es gibt allerdings auch Hinweise, dass sich A. Gelbhaar in den Jahren 1932 bis 1934 in Amerika aufgehalten haben soll. Ob er dorthin auch mit Frau und Kind reiste ist bisher ungeklärt. A. Gelbhaar kehrt allerdings nach Deutschland zurück und lässt sich erneut in Meißen nieder. Im „Sachsenbuch“ aus dem Jahre 1949 und im Adressbuch der Stadt Meißen von 1950 ist A. Gelbhaar wieder in Meißen gemeldet.[5][6] Über seinen weiteren Lebensweg ist bisher nichts bekannt geworden.

Bücher Kunstmappen und seine Mitwirkung als Illustrator (Auszug)

  • Kleiner Haushalt von Friedrich Rückert mit Original-Lithographien von Alfred Gelbhaar, Verlag der Truhe, Meißen, um 1920. 175 Exemplare der Gesamtauflage sind nummeriert und wurden vom Künstler signiert.
  • Der alte Turmhahn von Ed. Mörike, Mörike-Gesellschaft. Schrift und Bilder sind Original-Lithographien von Alfred Gelbhaar. Verlag der Truhe Meißen, 1920. 150 Exemplare der Gesamtauflage wurden von A. Gelbhaar eigenhändig signiert.
  • Rundherum um Meissen 10 Ansichten von Alfred Gelbhaar, Original-Kupfer, alle Blätter vom Künstler eigenhändig signiert und betitelt. Verlag der Truhe, Meißen, um 1920.
  • Altmeißnische Herrensitze, gezeichnet und in Kupfer radiert von Alfred Gelbhaar Meißen. Verlag der Truhe, Meißen, um 1920.
  • Rothenburg ob der Tauber 10 Ansichten von Alfred Gelbhaar, Original-Kupfer, Umrisszeichnungen in Kupfer gestochen und mit Wasserfarben Handgetuscht, 285 Exemplare, Mappe von Oswald Marx, Meißen gearbeitet, um 1920.
  • Die alte Markgrafenstadt Meißen wie sie sich präsentierte im Jahre 1921, Verlag der Truhe, Meißen, Original-Kupfer auf echter Pergamenthaut, mit Porzellanmedaille aus Böttgersteinzeug (braun) auf dem Buchtitel (ursprünglich als Spange für die Amtskette des Oberbürgermeisters von Meißen gedacht). Es gibt 35 Buch-Exemplare mit farblich dekorierten Medaille aus braunem Böttger-Steinzeug. Gesamtauflage 213 Exemplare. Inhalt, sechs Landschafts-Miniaturen und Titelblatt.
  • Die Mär vom Sperber von Paul Mochmann. Verlag der Truhe, Meißen, 1921, colorierte Titelillustration und 5 signierte Lithographien von Alfred Gelbhaar, Meißen.
  • Meissen im Schnee, Original-Kupfer Radierungen von Alfred Gelbhaar, Eigenverlag, Meissen, um 1921. Enthalten sind 6 Radierungen mit Meissner Motiven im Schnee, inkl. Titelgestaltung.
  • Die Grenzstadt Passau, 6 Original-Holzschnitte von Alfred Gelbhaar, Meißen, Verlag der Truhe, Meißen, um 1921.
  • Meißen von Alfred Gelbhaar mit 4 Original Holzschnitte, Verlag der Truhe, Meißen, ohne Jahr.
  • Nürnberg, von Hellmuth Schmidt-Breitung zu Original-Holzschnitte von Alfred Gelbhaar, eigenhändig signiert und betitelt, Verlag der Truhe, Meißen, um 1921. 285 Exemplare.
  • Freiberg, von Hellmuth Schmidt-Breitung zu Alfred Gelbhaar’s Holzschnitte, um 1921, Verlag der Truhe, Meißen, Inhalt 8 vom Künstler signierte Holzschnitte, Auflage 285 handsignierte Exemplare.
  • Erfurt, von Hellmuth Schmidt-Breitung zu Alfred Gelbhaar’s Holzschnitte, mit 5 Holzschnitte von Alfred Gelbhaar, um 1922, Verlag der Truhe Meissen.
  • Städte im Harz mit 7 Originalen-Radierungen von Alfred Gelbhaar. Verlag der Truhe Meissen, um 1923.
  • Die alte Markgrafen- und Porzellanstadt Meissen an der Elbe mit 7 Aquarelle von Alfred Gelbhaar mit Stadtansichten von Meißen, signiert und betitelt, um 1924.
  • Grabow von Alfred Gelbhaar, Meißen, mit originalen Aquarellen von Alfred und Lisa Gelbhaar vom schönen Mecklenburger Städtl. An Herrn Gustav Ritter-Grabow an seinem Geburtstag zugeeignet von Alfred und Lisa Gelbhaar. Verlag der Truhe, Meißen, 1924.
  • Die Blumen- und Gartenstadt Erfurt von Alfred Gelbhaar mit 7 Original-Kupferstiche, vom Künstler mit Wasserfarben handgetuscht und signiert, Eigenverlag, Erfurt, ohne Jahr.
  • Wanderfahrten Almanach des V. D. B., mit 16 Abbildungen nach Aquarellen von Alfred Gelbhaar. Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag GmbH Berlin, 1925.
  • Wat in mi klüng von Gustav Ritter-Grabow, Schriften und Bilder mit der Feder geschrieben von Alfred Gelbhaar, Meißen. Hinstorff Verlag Wismar, um 1927. „Gustav Ritter-Grabow“ (1867-1945), Pseudonym: Gottlieb Bottermelk, deutscher Fabrikant, Grabower Süsswaren GmbH vor allem für die Grabower Schaumküsse bekannt, Schriftsteller).
  • Kursächsische Streifzüge Sechster Band – Dresden und die Sächsische Schweiz von Otto Eduard, Mit 15 Autotypien und 18 Federzeichnungen von Alfred Gelbhaar und Max Näther, Verlag: Buchdruckerei der Bertha von Baensch Stiftung, 1928.
  • Von Rosen ein Kränzlein – Lieder für eine Singstimme mit Klavierbegleitung von Franciscus Nagler, Meißen Verlag Sächsische Schulbuchhandlung, ohne Jahr. Zweifarbige Einbandgestaltung von Alfred Gelbhaar.

Literatur

  • Meißner Kunst aus vier Jahrhunderten Katalog zur Ausstellung in der Albrechtsburg und im Burglehn, Meißen, 1929, S. 7, 24 und 25.
  • Sachsenbuch-Sächsisches Landesadressbuch, Band III, Warenteil A-K, 1949, Eintrag: Gelbhaar, Alfred, Grafiker, Ratsweinberg 6, S. 879.
  • Adressbuch Berlin, I Teil, 1932.
  • Adressbuch Berlin, I Teil, 1937.
  • Adressbücher der Stadt Meißen (1921, 1924, 1926-1935 und 1950).

Einzelnachweise

  1. Adressbücher von Meißen (1921, 1924, 1926-1935).
  2. Meißner Kunstverein: Meißner Kunst aus vier Jahrhunderten, Katalog zur Ausstellung in der Albrechtsburg und im Burglehn, Meißen, 1929, S. 7, 24 und 25.
  3. Adressbuch Berlin, I Teil, 1932, S. 874.
  4. Adressbuch Berlin, I Teil, 1937, S. 718.
  5. Sachsenbuch-Sächsisches Landesadressbuch, Band III, Warenteil A-K, 1949, Eintrag: Gelbhaar, Alfred, Grafiker, Ratsweinberg 6, S. 879.
  6. Adressbuch der Stadt Meißen von 1950.