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Die Afrapfarre.

Die Afrapfarre war ein ehemaliges „Domherrenhaus“ an der Freiheit Nr. 7. Im Haus ist heute die Wohnung eines Pfarrers der Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Afra. Seit der Renovierung 2002/03 außerdem noch Sitz der ev.-luth. Christusträger-Bruderschaft. Die Einweihung eines Kinderzentrums war am 23. April 2004. Vom Garten des Hauses gibt es einen umfassenden Rundblick auf die Stadt Meißen und den Burgberg.

Geschichte

Der Domherrenhof war einmal 1556 Sitz vom Domdechant zu Meißen Julius v. Pflugk. Er war auch Bischof zu Naumburg. Das Anwesen wurde durch die Reformation 1565 und auf Befehl des Kurfürsten dem Domstift entzogen und dem ev. afranischen Pfarrer Mag. Jakob Lechner zugewiesen. Seit dieser Zeit wohnt hier der Pfarrer von St. Afra. Vermutlich wurden hier auch von 1565 bis 1580 die Sitzungen des Konsistoriums abgehalten.

Baugeschichtliches

Das Gebäude weist zwar durch den Renaissance-Erker und der Gestaltung der Fenstergewände auf ein respektables Renaissance-Gebäude hin, doch im Vorderhaus lassen die gotischen Strebepfeiler und die schlitzförmigen frühgotischen Fensteröffnungen auf eine Bauzeit im 13. bis 14. Jahrhundert schließen. Gotische oder gar schon ältere romanische Kreuzgratgewölbe befinden sich im Erdgeschoss. Im 1. Obergeschoss befinden sich gotische Türgewände. In den Vorderhaus-Räumen des 2. Obergeschosses weisen die im Jahre 2002 freigelegten spätgotischen Balkendecken mit kräftig profilierten Balken darauf hin, dass die Decke sowie der Dachstuhl um 1500/1520 aufgesetzt wurden.

Im Dachraum gibt es auch noch eine Haspel zum Aufzug von Lasten. Die Fassade des gotischen Vorderhauses wurde um 1535 im Stil der Renaissance verändert. Bezeichnend sind dabei der Renaissance-Erker mit Ornamenten sowie die beiden Rundmedaillons, welche die beiden Apostel Petrus und Paulus darstellen. Das Korbbogentor im Vorderhaus ist barock und stammt aus der Zeit um 1780. Die längs des Kleinen Hohlweges an das Vorderhaus anschließenden Gebäudeteile sind offenbar im 17. Jahrhundert in zwei Bauetappen angefügt worden. Möglicherweise wurden sie auf älteren Grundmauern errichtet.[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 92 und 93.