Portal:Verkehr
Meißen liegt an der Elbe, und lange lief der Verkehr über das Wasser: Lastkähne, Flöße, Kettenschlepper und ein halbes Dutzend Fähren. Erst 1860 kam die Eisenbahn, 1899 eine Straßenbahn. Dieses Portal sammelt die Artikel zu Verkehrsmitteln, Verkehrswegen und zur technischen Versorgung der Stadt.
Eisenbahn
Schon 1835 versuchte der Stadtrat vergeblich, die Leipzig-Dresdner Eisenbahn über Meißen zu führen; bis 1842 blieb nur eine Straßenanbindung an den Bahnhof Niederau. Der Bahnhof Meißen in Cölln wurde im November 1860 eröffnet. Im Zuge der Strecke Dresden–Meißen–Döbeln–Leipzig entstand 1879 die Personenhaltestelle Meißen Triebischtal, dazu der Güterbahnhof Meißen Triebischtal, der ab 1879 als Güterhaltestelle nachweisbar ist. Für die Schmalspurbahnen nach Lommatzsch und Wilsdruff kam 1909 der Bahnhof Meißen Jaspisstraße hinzu; der letzte Schmalspur-Personenzug nach Wilsdruff fuhr im Mai 1966. Auf der Lommatzscher Strecke ereigneten sich am Garsebacher Viadukt zwei Unglücke, das Eisenbahnunglück am 7. Januar 1949 und das Eisenbahnunglück am 25. Dezember 1962. Über die Elbe führt die Eisenbahnbrücke, deren erster Bau 1866/68 entstand.
Straßenbahn und Bus
Die Meißner Straßenbahn nahm am 13. Dezember 1899 den Betrieb auf, auf einer 4,6 Kilometer langen, eingleisigen Meterspurstrecke zwischen Bahnhof und Jaspisstraße; das Depot lag in der Jaspisstraße. Neben dem Personenverkehr gab es eine Güterstraßenbahn, die Waggons bis zum Elbkai, zur Porzellanmanufaktur und zum Gaswerk brachte. Der Personenverkehr endete am 21. Dezember 1935, nachdem die Bahn den Bahnhof nach dem Abbruch der alten Elbbrücke nicht mehr erreichte; Omnibusse hatten den Verkehr bereits ab 1928 ergänzt. Die Güterstraßenbahn lief bis zum 2. Januar 1968. Bezahlt wurde mit eigenen Marken, dem Straßenbahngeld aus Metall oder Porzellan. Heute fährt die City-Bus Stadtrundfahrt durch die Stadt.
Elbschifffahrt
Die Elbeschifffahrt war jahrhundertelang der wichtigste Güterweg. Für Lastkähne entstand zwischen 1874 und 1876 unterhalb der Altstadtbrücke der Elbkai, 1871 kam der Winterhafen in Cölln hinzu, heute ein Boots- und Yachthafen. Die Kettenschifffahrt auf der Elbe wurde am 1. November 1869 eröffnet. Zwei Schiffe tragen den Namen der Stadt: der Raddampfer „MEISSEN“ von 1885, der bis heute im Personenverkehr fährt, und die MS MEISSEN, ein Motorgüterschiff der DDR-Binnenschifffahrt. Die Begrüßung vom Raddampfer „MEISSEN“ 1857 beschreibt die Ankunft eines Vorgängerschiffs. Im Winterhafen liegt der Schraubenfährdampfer „Wehlen-Bastei“. Von den älteren Erwerbszweigen am Fluss berichten Elbflößerei und Elbfischerei.
Fähren
Elbfähren gibt es im Stadtgebiet heute nicht mehr, den Verkehr übernehmen die drei Elbbrücken. Dokumentiert sind die Fähre Meißen links – Cölln, die Fähre Fischergasse – Niederfähre am heutigen Fährgäßchen, die Fähre Siebeneichen – Niederspaar, die Fähre Knorre bei der einstigen Gaststätte „Zur Knorre“ und die Elbbadfähre oberhalb der Eisenbahnbrücke.
Straßen, Tunnel und Parken
Die Straßen und Brücken selbst behandelt das Portal Straßen & Plätze. Zum Straßenverkehr gehören der Schottenbergtunnel, ein Straßentunnel mit drei Fahrstreifen, das erste Parkhaus von 1993 an der Kerbe und der Elberadweg, dessen Bau 1996 auf den Trassen von Leinpfad und Dammweg begann. Wie man sich früher befördern ließ, zeigen Portechaisen in Meißen, also Sänften, das Fuhrwerksunternehmen Max Henker von etwa 1810 und das erste Meißner Taxi-Unternehmen.
Post und Telegraf
Bis 1825 saß die Posthalterei am Heinrichsplatz, danach in der Elbstraße; die Stationen listet der Artikel Postämter. Heute steht das Postamt Poststraße Nr. 26 in der Altstadt, dazu kam 1900 das Zweigpostamt Triebischtal. Die erste Telegraphenstation ging am 1. September 1856 im Parterre des Rathauses in Betrieb. Von den älteren Verbindungen erzählen Der erste Postreiter 1555 in Meißen und die drei Postmeilensäulen, die August der Starke ab 1723 im Raum Meißen aufstellen ließ.
Wasser, Gas und Strom
Der Bau der städtischen Wasserleitung (1890) markiert den Beginn der modernen Versorgung; das Siebeneichener Wasserwerk ging am 19. Juni 1893 in Betrieb, dazu gehörte ein Hochbehälter auf dem Plossen. Weitere Anlagen sind das Wasserwerk Sonnenleite und das Wasserwerk der Felsenkellerbrauerei. Dass die Leitung nicht alles ersetzte, zeigt Quellwasser holen: bis in die 1970er Jahre holten die Triebischtaler ihr Trinkwasser an Quellen. Das Städtische Gaswerk im Triebischtal versorgte die Stadt mit Gas, abgerechnet über Städtische Gasmarken, die man zu Hause in den Zähler einwarf. Strom, Wärme und Dampf lieferte das Elektrizitäts-, Heiz- und Dampflieferwerk in der Brauhausstraße.
Feuerwehr und öffentliche Uhren
Die Freiwillige Feuerwehr Meißen gründete sich am 17. Juli 1841 auf Anregung von Bürgermeister Carl Hugo Tzschucke und gilt als die erste freiwillige Feuerwehr Deutschlands. Die Zeit gaben früher die Turmuhren an; wer sie bediente und was er sonst zu tun hatte, beschreibt Der Türmer, den es ab 1549 auf der Frauenkirche gab. Ältere Zeitmesser sind die Sonnenuhren an mehreren Meißner Häusern.
Siehe auch
- Portal: Straßen & Plätze – Straßen, Plätze und Brücken
- Portal: Wirtschaft & Gewerbe – städtische Betriebe und Fuhrunternehmen
- Portal: Natur & Landschaft – Elbe, Triebisch und Hochwasser
- Portal: Geschichte & Chronik – Industrialisierung und Infrastruktur
- Kategorie:Verkehr, Kategorie:Elbschifffahrt, Kategorie:Bahnhöfe, Kategorie:Zeitmesser