Portal:Natur und Landschaft

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Meißen liegt dort, wo die Elbe das Meißner Massiv durchbricht. Daraus ergibt sich die Landschaft der Stadt: steile Weinbergterrassen, tief eingeschnittene Gründe, Granit- und Pechsteinfelsen und dazwischen die Niederung der Nassau. Dieses Portal sammelt die Artikel zu Naturräumen, Bergen, Tälern, Gewässern und Grünanlagen.

Naturräume

Das Elbtal ist ein Durchbruchstal und reicht von Meißen bis Diesbar-Seußlitz; die Weinbergterrassen liegen überwiegend am rechten Elbhang. Südöstlich der Altstadt erhebt sich das Spaargebirge mit den Gemarkungen Oberspaar und Niederspaar, ein Weinbau- und Naherholungsgebiet. Die Nassau zwischen Spaargebirge und Weinböhla ist eine ehemals sumpfige Niederung, wurde durch Melioration trockengelegt und ist seit 1995 Landschaftsschutzgebiet. Westlich der Stadt steigt die Hochfläche Plossen vom Martinsberg nach Süden zur Plossenschänke an; bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war sie fast baumlos und trug nur zwei Bauerngüter, den Marienhof und den Katharinenhof.

Berge und Höhen

Der Burgberg mit Dom und Albrechtsburg ist die bekannteste Erhebung; vom benachbarten Afraberg trennt ihn die Schlucht am Hohlweg, über die die Schloßbrücke führt. Die höchsten Punkte im Stadtgebiet sind die Hohe Eifer mit 213,9 Metern im Stadtwald und die Karlshöhe mit 192 Metern, der höchste Punkt des Spaargebirges. Weitere Höhen sind der Breitenberg (188,4 m), der Bocksberg (170,3 m) auf den Proschwitzer Höhen, der Zscheilberg mit der Trinitatiskirche als Landmarke, der Crassoberg, der Eichberg in der Triebischaue, der Dompropstberg, der Gierberg und der Timshübel, dessen Augengneis-Aufschluss geologisch eine Besonderheit ist. Zwei Berge tragen denselben Namen: der Fürstenberg in Zscheila und der Fürstenberg (Cölln) im Spaargebirge, beide einst landesherrliche Weinberge. Der Jüdenberg war der Begräbnisplatz der jüdischen Gemeinde; 1349 übertrug Markgraf Friedrich II. ihn der Stadt.

Aussichtspunkte und Felsen

Die Boselspitze mit ihrem Aussichtsturm von 1898 liegt bereits auf Coswiger Flur; der Steinbruchbetrieb dort wurde 1943 aus Naturschutzgründen eingestellt. In der Nähe liegen die Kleine Bosel und, gut 200 Meter südwestlich der Karlshöhe, die Juchhöh, die der Verschönerungsverein „Naturfreund“ 1934 anlegte. Am nördlichen Hang des Triebischtals ragen die Götterfelsen rund 60 Meter auf, ein Pechstein-Aufschluss. Bei Proschwitz liegt Die Bennokanzel, ein Bergsporn mit Resten einer Burg des 11. oder 12. Jahrhunderts. Die Riesensteine in der Nassau gibt es nicht mehr: ihre letzten Reste wurden 1864 beim Straßenbau abgetragen. Ob die Bodenwellen der Korbitzer Schanzen tatsächlich von Befestigungen stammen, ist nicht geklärt.

Täler und Gründe

Das Triebischtal durchzieht die Stadt von Südwesten; sein Seitental Rauhental war schon im Mittelalter eine bedeutende Weinlage. Nordwestlich des Burgbergs liegt das Meisatal, durchflossen vom Meisabach. Weitere Gründe sind der Goldgrund, dessen „lebendiges Wasser“ ab 1515 zur Wasserversorgung der Stadt genutzt wurde, der Drosselgrund im Meisatal, der bewaldete Knorrgrund zwischen Winkwitz und Elbe, das Rosengründchen als Weinbau-Einzellage von zehn Hektar und der Heilige Grund bei Proschwitz, dessen Name auf eine Sage über Bischof Benno zurückgeht. Der Wirtschaftsweg Heiliger Grund (Straße) trägt seit 1960 denselben Namen.

Gewässer und Hochwasser

Die Elbe ist der prägende Strom, die Triebisch mit 36,8 Kilometern Länge mündet an der Uferstraße in sie. Kleinere Fließgewässer sind der Meisabach, der Boselwegbach, der Fürstengraben, der Lange Graben in der Nassau und der heute trockene Mühlgraben im Triebischtal. Hochwasser gehört zur Stadtgeschichte: Überlieferungen zur Elbe-Hochflut reichen bis 1015 zurück, und die Triebisch-Hochflut ist gefährlicher, weil der Pegel nach Starkregen sehr schnell steigt. Beim Hochwasser in Meißen im August 2002 erreichte die Elbe 10,40 Meter.

Parks und Grünanlagen

Der Stadtpark am Breitenberg umfasst rund 4,7 Hektar; die Aufforstung des damals kahlen Hangs begann 1863. In seinem nordöstlichen Teil legte der Verschönerungsverein „Naturfreund“ 1889 die Wettinhöhe an. Der Käthe-Kollwitz-Park entstand 1902 bis 1904 auf dem Gelände des früheren Stadtfriedhofs und wurde zunächst als König-Albert-Park eröffnet. Der Park Siebeneichen ist ein Landschaftspark von etwa 11,5 Hektar mit dem Arita-Hain. Jünger sind der Bürgerpark Triebischwiesen, der 2022 auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs eröffnete, und der Kaendlerpark von 1960 am Altstadtbrückenkopf. Dazu kommen der Johannespark in Cölln und der Boselgarten, ein etwa 2.500 Quadratmeter großes Refugium mit rund 850 Pflanzenarten, von denen etwa 200 auf der Roten Liste Sachsens stehen.

Wald, Tiere und Freiflächen

Der Stadtwald am linken Hang des Triebischtals liegt seit 1974 mit rund 67 Hektar im Landschaftsschutzgebiet „Triebischtäler“. Aus dem Heimtiergarten Meißen im Park Siebeneichen ist der Familientierpark Meißen geworden. Als Fest- und Sportflächen dienten und dienen die Schießwiese und der Juteplan im Triebischtal, die Jugendwiese an der Elbe und die im Artikel Festplätze beschriebenen Plätze. Für Kinder gibt es den Spielplatz Käthe-Kollwitz-Park und den Spielplatz Postgäßchen.

Geologie

Der Meißner Granit des Meißner Massivs wurde ab 1879 in Steinbrüchen für den Straßen- und Tiefbau gewonnen; die aufgelassenen Brüche prägen bis heute die Elbhänge. Der Pechstein ist ein Vulkanglas mit vier bis zehn Prozent Wassergehalt, das rund um Meißen in großen Mengen vorkommt.

Weinberge und Wege

Die Weinlagen sind Teil der Landschaft: der Ratsweinberg in Vorbrücke, der Katzensprung am Bocksberg, der Deutschenboraer Weinberg und die Lagen an Fürstenberg, Dompropstberg und Gierberg. Was die Winzer davon erzählen, sammelt Winzerjahr und Winzersprache. Zu Fuß erschließen die Landschaft der Rundweg am Burgberg von 2005, der Kapitelholzsteig hinauf zur Kleinen Bosel und der Elberadweg, der 1999 in Betrieb ging.

Siehe auch