Portal:Medien und Literatur

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Über Meißen ist viel geschrieben, gedruckt und fotografiert worden, und ein großer Teil davon entstand in der Stadt selbst: bei Brück & Sohn an der Burgstraße, in der Druckerei Klinkicht & Sohn am Theaterplatz oder in einem der zwei Dutzend Fotoateliers. Dieses Portal ordnet die Artikel zu Büchern, Zeitungen, Verlagen, Bildquellen und Nachschlagewerken.

Standardwerke zur Stadtgeschichte

Das umfangreichste Werk ist Tausend Jahre Meißen (Buch), das Helmuth Gröger 1929 zur Tausendjahrfeier mit 735 Seiten vorlegte; die Stadt hatte den Auftrag 1923 erteilt, Vorarbeiten stammten von Karl Wilhelm Loose. Aus jüngerer Zeit kommen die Nachschlagewerke von Günter Naumann: das Stadtlexikon Meißen (Buch) von 2009 mit etwa 700 Stichworten, Meißner Geschichte in Daten 929-1993 (Buch) und die Meißner Chronik 1989-1996 (Buch). Gerhard Steineckes Unser Meißen – 1929-2004 (Buch) erzählt die Stadt in 25 „Zeitfenstern“. Das Buch „MEISSEN“ von Hans-Joachim Mrusek erschien erstmals 1957 und wurde bis 1991 mehrfach neu aufgelegt. Zur Tausendjahrfeier kamen außerdem Tausend Jahre Meissner Land (Buch) und Aus der Meißner Heimat (Buch) heraus, 1928 im Auftrag des Stadtrats Die Stadt Meissen und ihre Umgebung (Buch). Die Kirchen der Stadt beschreibt Meissen und seine Kirchen (Buch) von 1902.

Bücher über Porzellan und Keramik

Zum 250. Jubiläum der Manufaktur erschienen 1960 250 Jahre Porzellan-Manufaktur Meissen (Buch) und Die Denkschrift „Unvergessene Tage“. Älter ist die Broschürenserie Die Blauen Schwerter (Publikation) aus der Zeit um 1930; 2025 kam mit Die blauen Schwerter – Meissen in der DDR (Buch) eine Aufarbeitung der DDR-Jahre hinzu. Dem berühmtesten Dekor widmet sich Zwiebelmuster (Buch), den Glockenspielen Meißner Porzellanglockenspiele (Buch) und Glockenspiele aus Meissener Porzellan (Buch). Die Sammlerkataloge Katalog über Porzellanmünzen und Medaillen (1923, von Ernst Otto Horn) und Katalog Medaillen aus Meissener Porzellan erschließen das Porzellangeld. Zur übrigen Keramikindustrie gibt es Teichert-Werke Meißen (Buch) und Teichert, SOMAG & „SAXONIA“ (Buch), dazu Manufakturisten als Bürger der Stadt Meißen (Publikation) und die Broschüre Keramik zum Begreifen nah (Broschüre).

Stadtführer, Bildbände und Ansichten

Der Überblicksartikel Meißner Stadtführer (Druckwerke) beginnt 1588 mit Laurentius Fausts „Geschicht und Zeitbüchlein“. Aus dem 20. und 21. Jahrhundert stammen MEISSEN EIN WEGWEISER DURCH DIE STADT (Buch), das Städte-Bildheft Meißen (Publikation) von Helmut Reibig und der Stadtführer Meissen (Buch) von Günter Naumann. Bildbände sind Alt-Meissen in Bildern (Buch) (1889), Jugendstil in Meissen (Buch), Verlassene Orte in Meissen (Buch) und Meißen in Farbe (Buch). Der Ausstellungskatalog Meißen – das Bild der Stadt (Publikation) erschien 2004 zum 1075. Stadtjubiläum.

Erzählendes und Gedichte

Drei Bücher von Max Großmann greifen die Stadtgeschichte auf: Weißes Gold (Roman) über die Porzellanerfindung, Und weiter fließt der Strom (Roman) und die Erzählung Wetterleuchten (Erzählung). Joachim Burkhardts Meissen meine Stadt (Buch) ist ein „sächsischer Bericht“, Meißen-Dichtungen (Buch) von Benno Zeidler eine Sammlung von 47 Gedichten. Emil Zöllner schrieb mit Elbvolk (Buch) und Mein Elbebuch über Fischer, Schiffer und Flößer. Eine eigene Gattung sind die Tafellieder, gedruckte Einblattlieder für Festessen, etwa das Tafellied der Communalgarde 1831 oder das Tafellied zum Oekonomenballe den 25. April 1852. Reime auf Postkarten sammelt Meißner Ansichtskarten mit Gedicht. Seit 2009 lädt das Literaturfest Meißen Autoren in die Stadt.

Zeitungen und Zeitschriften

Das Meißner Tageblatt ist die Meißner Zeitung mit der längsten Geschichte: gegründet zum Jahreswechsel 1801/02 als „Meißner gemeinnütziges Wochenblatt“, ab 1848 „Meißner Blätter“, ab 1859 Amtsblatt und ab 1869 unter dem heutigen Titel; 1945 stellte es sein Erscheinen ein und kam 1992 zurück. Um 1900 gab der Verlag Gebrüder Pfeffer zwei Blätter parallel heraus: den Meißner Anzeiger für die Altstadt und den Cöllner Anzeiger für die damals noch selbstständige Gemeinde Cölln, der mit der Eingemeindung 1901 einging. Ab etwa 1905 erschienen die Meißner Neueste Nachrichten. Die sozialdemokratische Volks-Zeitung ging 1908 aus dem „Volksfreund“ hervor und bestand bis 1933; 1933 zog die NSDAP-Kreisleitung in ihr Verlagshaus ein. Die erste Zeitung nach dem Zweiten Weltkrieg war ab dem 11. Mai 1945 die Volksstimme. Kein Lokalblatt, aber in Meißen verlegt war die Sächsische Bauern-Zeitung (1919 bis 1933). Von 1955 bis 1962 erschien die Monatsschrift Meißner Heimat, eine der wichtigsten Quellen für die Meißner Heimatforschung.

Verlage, Druckereien und Buchhandel

Brück & Sohn wurde 1793 als Buchbinderei gegründet, verlegte ab 1819 den „Meißner Landwirthschafts- und Geschichts-Kalender“ und baute ab 1897 ein Ansichtskartenarchiv auf, das heute eine zentrale Bildquelle zur Stadt ist; 2019 gab die Firma in siebter Generation den Betrieb auf. Die Druckerei Klinkicht & Sohn am Theaterplatz, gegründet 1796, war lange die leistungsfähigste Druckerei der Stadt und produzierte die Adressbücher und „Tausend Jahre Meißen“. Die 1903 gegründete Druckerei Thieme arbeitete in der DDR vor allem für die Evangelische Verlagsanstalt und besteht bis heute. Der Verlag der Truhe Meißen entstand um 1920 und brachte unter anderem Der Meißner Weihnachtsmann heraus. Wer vor 1900 in Meißen verlegte, listet Meißner Verleger von 1700 bis 1900. Zum Buchhandel gehören die Buchhandlung Louis Mosche (ab 1852, mit Leihbibliothek), die Buchhandlung Albert Buchheim, die Buchhandlung Franz Bienenstock und die Buchbinderei Alfred Römer. Der Bücherverein (1923) finanzierte über eine Porzellan-Lotterie die Einrichtung der neuen Stadtbibliothek.

Ansichtskarten und Fotografie

Die Älteste Ansicht von Meißen ist ein Holzstich von Hiob Magdeburg aus dem Jahr 1558, der 52 Örtlichkeiten benennt. 1889 ließ Karl Wilhelm Loose 47 Alt-Meißner Ansichten als Lithographien reproduzieren. Postkarten verlegten neben Brück & Sohn der Ansichtskarten-Verlag Reinhard Rothe (ab 1882), der Postkartenverlag Kretzschmar & Schatz und die Meißner Postkarten-Halle. Einen Überblick über die Berufsfotografen gibt Meißner Foto-Ateliers; das älteste nachweisbare ist das Foto-Atelier Germanus Koczyk von 1856 im Prälatenhaus. Weitere Ateliers waren Foto-Atelier Carl Grust, Foto-Atelier F. Jordan, Foto-Atelier Rudolf Schröter, Photographisches-Atelier Oswald Lonke, Foto-Atelier Hugo Delling, Foto-Atelier Max Freitag, Foto-Atelier Wilhelm Steuer, Foto-Atelier Hermann Lindenberg, Foto-Atelier Karl Emil Schlippe, Foto-Atelier Richard Winterhalter, Foto-Atelier Otto Wauer, Foto-Atelier Franz Heinrich Math, Foto-Atelier Franz Kny, Foto-Atelier A. E. Heckmann, Foto-Atelier Walter Steinberg, Foto-Atelier Schröbler, Foto-Atelier Horst Hornig, Foto-Atelier Max Junghans, Foto-Atelier „Fothü“, Foto-Atelier Gust und Foto-Grahl.

Karten, Pläne und Verzeichnisse

Der erste topografische Stadtplan von 1784 verzeichnet die Hochwasserstände jenes Jahres; ab 1880 lagen Stadtpläne den Adressbüchern bei. Die Adressbücher der Stadt Meißen erschienen zwischen 1880 und 1950 und sind mit ihren Einwohner- und Häuserverzeichnissen die wichtigste Quelle der Familienforschung. Noch weiter zurück reichen die Meißner Kirchenbücher, von denen die der Frauenkirche 1511 beginnen. Wie sich die Adressen selbst änderten, erklären Brandkataster-Nummern und Hausnummern. Wer wissen will, wie man früher fuhr, findet das im Taschenfahrplan für Meißen und Umgebung.

Bibliothek, Archiv und freie Quellen

Die Stadtbibliothek am Kleinmarkt geht auf eine 1884 in der Roten Schule eröffnete Volksbibliothek mit 219 Büchern zurück; der Neubau am Kleinmarkt wurde 1929 eröffnet. Das Stadtarchiv verwahrt Urkunden, Karten, Fotos und Grafiken bis zurück ins Mittelalter. Frei verfügbare Volltexte, darunter Lebensläufe Meißner Künstler (1888) und die Meißen-Artikel aus Die Gartenlaube, sammelt Wikisource. Zum Tauschen gibt es sechs öffentliche Bücherschränke.

Siehe auch