Portal:Kirchen und Glauben
Meißen war fast tausend Jahre Bischofssitz, und der Dom auf dem Burgberg ist bis heute das Bild, das man von der Stadt im Kopf hat. Dieses Portal sammelt die Artikel zu Kirchen und Kapellen, zum Bistum und seinen Bischöfen, zu Klöstern, Glocken und Friedhöfen.
Der Meißner Dom
Der Meißner Dom steht auf dem Burgberg am Domplatz; seine beiden Westtürme sind 81 Meter hoch. Nach dem Brand der Domtürme 1547 blieb jahrhundertelang nur ein Fachwerkaufbau auf dem Turmstumpf, den die Meißner Schafstall nannten. Dem Westwerk vorgelagert ist die Fürstenkapelle, seit 1428 Grabgelege der Wettiner; als Anbau kam die Georgkapelle hinzu, die Grabkapelle Herzog Georgs des Bärtigen und seiner Gemahlin Barbara. Um den Bauunterhalt kümmern sich das Hochstift Meißen, heute ein evangelisch-lutherischer Stift im Auftrag der sächsischen Landeskirche, und der Dombauverein; die Dom-Lotterie 1902 finanzierte historische Restaurierungsarbeiten. Rund um den Domplatz stehen das Bischofsschloss, die Domherrenhäuser, der Domherrenhof, die Afrapfarre und das Diakonat. Einen Gesamtüberblick über die Kirchen der Stadt gibt das Buch Meissen und seine Kirchen von 1902.
Glocken und Glockenspiele
Das Domgeläut besteht aus fünf Glocken, alle gegossen von Franz Schilling und Söhne in Apolda: die Johannesglocke von 1929 hängt im Nordturm, die Lukasglocke von 1929 sowie die Markus-, die Matthäus- und die Weihnachtsglocke von 1959 im Südturm. Eine Meißner Besonderheit sind die Meißner Porzellanglocken, klöppellose Keramikglocken, die von außen angeschlagen werden. Aus ihnen bestehen die beiden Porzellanglockenspiele der Stadt: das an der Frauenkirche und das Porzellanglockenspiel der Manufaktur, das 1960 zum 250-jährigen Bestehen der Manufaktur entstand. Leider ist das Glockenspiel der Manufaktur heute nicht mehr erlebbar.
Bistum und Bischof Benno
Benno (Bischof von Meißen) hatte den Meißner Bischofsstuhl von 1066 bis 1106 inne und starb am 16. Juni 1106 in Meißen. Er ist der bekannteste Meißner Kirchenfürst; um ihn ranken sich zahlreiche Erzählungen, die das Portal Sagen & Geschichten versammelt. Seinen Namen tragen der Bennoweg in Zscheila, das Bennohaus Markt Nr. 9 und die Katholische Kirche St. Benno.
Kirchen und Kapellen
Die Frauenkirche am Markt geht auf eine 1205 erwähnte Kapelle „Unserer lieben Frauen“ zurück und wurde im 15. Jahrhundert zur spätgotischen Hallenkirche ausgebaut; zu ihr gehören das Pfarrhaus der Frauenkirchgemeinde und, als längst abgetragene Kuriosität, Der Schornstein an der Frauenkirche. Die Kirche St. Afra auf dem Afraberg entstand aus dem Chorherrenstift, von dessen Gründung eine Urkunde von 1205 berichtet. Die Nikolaikirche-Kriegergedächtnisstätte gilt als ältestes Gebäude der Stadt; sie wurde 1220 erstmals urkundlich erwähnt und ist im romanischen Stil errichtet. Die Wolfgangskirche an der Jahnastraße im Meisatal ist spätgotisch, ihr Vorläuferbau wird 1468 genannt; heute nutzt sie die Dombauhütte. Die Franziskanerkirche am Heinrichsplatz war Klosterkirche und beherbergt heute das Stadtmuseum. In Cölln steht die neugotische Johanneskirche, im Triebischtal die 1901 bis 1904 errichtete Lutherkirche und die Katholische Kirche St. Benno, in Zaschendorf die Kirche Heinrich-Heine-Straße Nr. 8b. Auf dem Zscheilberg ist die Trinitatiskirche eine weithin sichtbare Landmarke, dokumentiert als Sachgesamtheit Trinitatiskirche mit Kirchhof. Von den Kapellen erhalten ist die spätgotische Jakobskapelle an der Leipziger Straße, urkundlich 1221/22 nachweisbar; Die Brückenkapelle stand um 1475 auf einem Pfeiler der Elbbrücke.
Verschwundene Kirchen
Mehrere Meißner Gotteshäuser sind nur noch überliefert. Die Begräbniskirche St. Johannis im Triebischtal ist abgebrochen, Die Georgskirche erscheint lediglich in einer Aufzählung der Meißner Gotteshäuser von 1393, und Die Ottilienkirche soll bei Niederjahna an der alten Lommatzscher Straße gestanden haben. Auf dem damaligen Kapellenberg, dem heutigen Crassoberg, sollen drei Kapellen gestanden haben: Die Maternikapelle, Die Bartholomäikapelle und Die Dionysiuskapelle.
Klöster und Stifte
Das Afrakloster befand sich im heutigen Haus Freiheit Nr. 16. Den Konvent der Augustiner-Chorherren am Stift St. Afra richtete Bischof Dietrich II. 1205 ein; der Klosterhof an derselben Adresse ist heute Sitz der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Von der Klosterruine an der Elbe handelt die Sachgesamtheit Kloster zum Heiligen Kreuz Meißen. Die Klosterhäuser elbabwärts waren bis 1937 eine eigene Gemeinde. Die Tradition der aus dem Afrastift hervorgegangenen Landesschule pflegt der Verein der Altafraner e.V.; mehr dazu im Portal Bildung & Forschung.
Friedhöfe
Der größte Friedhof der Stadt ist der Stadtfriedhof an der Nossener Straße, angelegt 1871. Ältere Kirchhöfe liegen bei den jeweiligen Kirchen: der St. Afra-Friedhof auf dem Afraberg, der St. Martins Friedhof am Martinsberg mit der Martinskirche, der Wolfgangsfriedhof im Meisatal, der Trinitatisfriedhof auf dem Zscheilberg und der Nikolaifriedhof, der 1879 aus seuchenhygienischen Gründen geschlossen wurde. In Cölln liegen der Alte Johannesfriedhof an der Johannesstraße und der Neue Johannesfriedhof an der Max-Dietel-Straße. Der ehemalige Friedhof an der Frauenkirche wurde bereits 1580 aufgehoben. Am Trinitatiskirchweg liegt das Sowjetische Ehrenmal, Begräbnisort von 463 Kriegstoten aus der Sowjetunion.
Zu mehreren Friedhöfen gibt es zusätzlich Artikel, die mit „Sachgesamtheit“ beginnen. Gemeint ist damit ein denkmalpflegerischer Begriff: mehrere Einzeldenkmale auf einem Areal werden zu einer Einheit zusammengefasst. So beschreiben die Sachgesamtheit Stadtfriedhof Meißen, die Sachgesamtheit Neuer Johannesfriedhof, die Sachgesamtheit Urbanskirche mit Altem Johannesfriedhof, die Sachgesamtheit Neuer Nikolaifriedhof Meißen, die Sachgesamtheit Friedhof St. Wolfgang und die Sachgesamtheit Martinskapelle und Friedhof St. Martini Meißen jeweils die geschützten Grabmale und Bauten der genannten Friedhöfe. Ebenso zusammengefasst ist die Sachgesamtheit Afrafreiheit Meißen.
Kirchliches Leben
Vom Turm der Frauenkirche erklingt das Turmblasen, eine bis heute gepflegte Tradition; einen Türmer gab es dort ab 1549, wie Der Türmer berichtet. Die Meißner Posaunenmission steht in derselben Tradition des geblasenen Chorals. Die Meißner Kirchenbücher sind für die Stadtgeschichte eine zentrale Quelle, ihre ältesten Bände beginnen 1511 bei der Frauenkirche. An die Reformation erinnert die Luther-Linde.
Kirchliche Straßennamen
Viele Verkehrswege tragen kirchliche Namen: Pfarrgasse, Kirchgasse, Kapellenweg, Stiftsweg, Trinitatiskirchweg, An der Frauenkirche, An der Trinitatiskirche, Afrastufen, Frauenstufen, Superintendenturstufen, der Seelensteig, Domblick, Lutherplatz und der Bennoweg.
Siehe auch
- Portal: Geschichte & Chronik – Bistum und Reformation im Zeitkontext
- Portal: Gebäude & Bauwerke – Domherrenhäuser und Profanbauten des Burgbergs
- Portal: Sagen & Geschichten – die Benno-Sagen
- Portal: Persönlichkeiten – Bischöfe und Geistliche
- Kategorie:Kirche, Kategorie:Religion, Kategorie:Friedhof, Kategorie:Domgeläut