929 ließ König Heinrich I. auf dem Burgberg die Burg „Misni“ errichten. Aus ihr wurde die Stadt, die sich selbst als Keimzelle Sachsens versteht. Dieses Portal führt durch die Stadtgeschichte und die Artikel zu Ereignissen, Quellen und Denkmalen. Was erzählt statt urkundlich belegt ist, steht im Portal Sagen & Geschichten.

Burg, Bistum und Markgrafschaft

Vor der Stadtgründung siedelten hier germanische, ab dem 6. Jahrhundert slawische Stämme. 968 wurde Meißen Bischofssitz, um das Jahr 1000 erhielt es das Marktrecht, und seit 1125 lag die Markgrafschaft Meißen in den Händen der Wettiner. Silberfunde im Erzgebirge und der Zustrom von Siedlern brachten Reichtum. Den ersten Höhepunkt markieren der Bau des Meißner Doms zwischen 1260 und etwa 1410, das Bischofsschloss und die Albrechtsburg. Zur höfischen Kultur dieser Zeit gehörten die Turniere in Meißen. Einen Gesamtüberblick geben der Artikel Stadt Meißen und die sechs Geschichtstafeln an der Burgstraße: Geschichtstafel I (928-1199), Geschichtstafel II (1200-1399), Geschichtstafel III (1400-1599), Geschichtstafel IV (1600-1799), Geschichtstafel V (1800-1899) und Geschichtstafel VI (1900-1920). Zur Namensherkunft siehe Der Name „Meißen“.

Reformation und frühe Neuzeit

Mit der sächsischen Landesteilung, der Verlegung der Residenz nach Dresden und der Auflösung des Bistums in der Reformation verlor Meißen politisches Gewicht. Die aufgelösten Klöster wurden zu Schulen: 1543 gründete Herzog Moritz die Fürstenschule im ehemaligen Afrakloster. Im Dreißigjährigen Krieg eroberten die Schweden die Stadt, dazu kam eine schwere Feuersbrunst. Bis 1682 suchten immer wieder Pestepidemien die Stadt heim. Von der Rechtspraxis jener Jahre berichtet Die Säckung in Meissen 1642. 1726 gab Kurfürst August der Starke der Stadt eine neue Ratsordnung.

Porzellan und 18. Jahrhundert

1710 wurde die Königliche Porzellanmanufaktur von Dresden auf die Albrechtsburg verlegt; nach dem Tod Johann Friedrich Böttgers 1719 begann die sogenannte malerische Periode. Die Geschichte der Manufaktur behandelt das Portal Porzellan & Keramik. Aus derselben Zeit stammen der erste Beleg für die Meißner Fummel (1747) und die Postmeilensäulen, die August der Starke ab 1723 aufstellen ließ. Die Münzgeschichte reicht weiter zurück: der Meißner Groschen war eine der wichtigsten Münzen des späten Mittelalters.

Industrialisierung

1834 begann mit dem Jacobiwerk, einer Eisenhütte im Triebischtal, die Industrialisierung; 1864/65 zog auch die Porzellanmanufaktur dorthin. Der Überblicksartikel Entwicklung zum Industriestandort Meißen ab 1828 beschreibt diesen Wandel. Es folgten Ziegeleien, Schuhfabriken und Maschinenbaubetriebe, die das Portal Wirtschaft & Gewerbe versammelt. Die Eisenbahn erreichte Meißen 1860, die städtische Wasserleitung entstand mit dem Bau der städtischen Wasserleitung (1890). Die Eingemeindung der Nachbardörfer begann 1901 mit Cölln; die Chronologie steht im Portal Stadtteile & Orte.

Kaiserreich und Weimarer Republik

Vom öffentlichen Leben der Kaiserzeit zeugen das Kostümfest zu Meißen 1881 und die Fahrt des Luftschiffs LZ 17 „Sachsen“ über Meißen. Der Erste Weltkrieg brachte eine Nagelsäule auf dem Schulplatz, für die man ab 1915 Nägel gegen Spenden einschlagen konnte. Höhepunkt des städtischen Selbstbewusstseins war die Tausendjahrfeier 1929 mit einer Festwoche vom 1. bis 9. Juni 1929; zu ihr erschien das Buch Tausend Jahre Meißen und das erste Porzellanglockenspiel der Welt erklang an der Frauenkirche. Wie das Schuljahr 1929 an der Fürstenschule verlief, erzählt Lernen und Leben an der Fürstenschule im Jahre 1929. Wer welche Bekanntmachungen zu beachten hatte, steht im Portal Sagen & Geschichten.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Am 6. Mai 1945 wurde die zur Festung erklärte Stadt ohne größere Schäden der einrückenden Roten Armee übergeben. An die Opfer der NS-Herrschaft erinnern die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig, die Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus am Käthe-Kollwitz-Park, die seit 2014 bestehende Gedenkstätte am Krematorium mit den Namen von 16 ermordeten Kriegsgefangenen und das Sowjetische Ehrenmal am Trinitatiskirchweg mit 463 Kriegsgräbern. Erster Oberbürgermeister nach 1945 war der Lehrer und Widerstandskämpfer Albert Mücke. Die ersten Meißen-Briefmarken gab die Post am 31. Dezember 1945 heraus.

SBZ und DDR-Zeit

Den kulturellen Neuanfang markiert die 1. Meissner Kunstausstellung 1947. Vom Alltag jener Jahrzehnte erzählen die Artikel zu Delikatladen, Exquisitladen, Intershop, SERO, HO-Gaststätten und Konsum-Gaststätten sowie zu den VEB-Betrieben, die das Portal Wirtschaft & Gewerbe auflistet. Von den Zuständen am Ende der DDR handelt die Fotoausstellung Kehrseiten einer Stadt (Ausstellung), die 1989 in der Frauenkirche gezeigt wurde. Chronologisch dokumentiert ist die Umbruchzeit in der Meißner Chronik 1989-1996 (Buch).

Seit 1990

Zu den ersten Ereignissen der neuen Zeit gehört die 1. Meißner Ballonwoche (1991). Die schwerste Zäsur brachte das Hochwasser in Meißen im August 2002, bei dem die Elbe 10,40 Meter erreichte. Auf das nächste Jubiläum weist der LED-Countdown 1.100 Jahre Meißen in Cölln; dem Jubiläum widmet sich der 1.100 Jahre Meißen e. V.

Stadtoberhäupter, Rat und Ehrenbürger

Der Stadtrat zu Meißen ist Träger der kommunalen Selbstverwaltung. Zu den Oberbürgermeistern der Stadt gehören Carl Hugo Tzschucke, der 1841 die Freiwillige Feuerwehr und 1846 den Turnverein anstieß, Albin Max Ay, Albert Mücke und Olaf Raschke, der das Amt vom 28. Oktober 2004 bis zum 27. Oktober 2025 innehatte. Zu den Amtsinsignien zählt die Amtskette des Oberbürgermeisters aus Meißner Porzellan und Böttger-Steinzeug. Die höchste städtische Auszeichnung dokumentiert Ehrenbürger der Stadt Meißen.

Quellen, Ausgrabungen und Denkmale

Die wichtigsten Quellengattungen behandelt das Portal Medien & Literatur: Adressbücher der Stadt Meißen, Meißner Kirchenbücher, Topografische Stadtpläne und die Älteste Ansicht von Meißen von 1558. Archäologisch erschlossen wurde der Burgberg durch die Ausgrabungen auf dem Burgberg 1959 und die Ausgrabungen auf dem Burghof 1960. Zu den historischen Kleindenkmalen zählen die Steinkreuze, der Buchstabenstein an der Freiheit, die Korbitzer Schanzen und die Stadtmauer.

Unglücke und Katastrophen

Brände und Unfälle sind vielfach dokumentiert: die Brandnacht bei Teichert in Cölln (1894), der Großbrand in der Gemeinde Fischergasse (1894) und die Brandnacht bei Biesolt & Locke in der Nacht vom 21. auf den 22. April 1914, die die Nähmaschinenfabrik zerstörte. Auf der Schmalspurbahn nach Lommatzsch geschahen das Eisenbahnunglück am 7. Januar 1949 und das Eisenbahnunglück am 25. Dezember 1962. Zum Hochwasser siehe Elbe-Hochflut und Triebisch-Hochflut. Mehrere Feuerwehrübungen sind ebenfalls überliefert, unter anderem an der Frauenkirche, am Hirschhaus, bei der Porzellanmanufaktur und im Stadttheater.

Siehe auch