Portal:Bildung und Forschung
Meißen hat eine der ältesten Landesschulen Deutschlands, aber auch Winkelschulen, Betriebsberufsschulen und eine Farbschule für den Porzellannachwuchs. Dieses Portal sammelt die Artikel zu Schulen, Bildungseinrichtungen, Sammlungen und zur Heimatforschung.
Fürstenschule und St. Afra
Herzog Moritz von Sachsen gründete die Fürstenschule am 21. Mai 1543 in den Räumen des säkularisierten Afraklosters an der Freiheit Nr. 13. Über die meiste Zeit ihres Bestehens hieß sie „Fürsten- und Landesschule St. Afra“; den Kurznamen Fürstenschule trug sie amtlich nur von April 1939 bis November 1942. Heute ist dort das Sächsische Landesgymnasium Sankt Afra untergebracht. Ihre Schüler und Absolventen heißen Afraner; der Verein der Altafraner e.V. hält den Kontakt unter ihnen. Zum Schulleben gehörten das Schulfest der Fürsten- und Landesschule St. Afra und, im Jubiläumsjahr der Stadt, Lernen und Leben an der Fürstenschule im Jahre 1929. Vor dem Gebäude stand das König-Albert-Denkmal.
Stadtschulen
Die alte Stadtschule zog 1540 in das Franziskanerkloster am Schulplatz, in dem heute das Stadtmuseum sitzt. 1576 kam die Nikolaischule am Neumarkt hinzu, 1857 die Rote Schule am Schulplatz, deren Einweihung als Fest begangen wurde und die heute als Depot des Stadtmuseums dient. Weitere Schulhäuser sind die Triebischtalschule, die Questenbergschule und die alte Schule an der Dresdner Straße. Eine Katholische Schule öffnete 1837 in der damaligen Burggasse, eine Höhere Mädchenschule zu Ostern 1917. Das Realgymnasium feierte 1925 sein 50-jähriges Bestehen; an das Franziskaneum in Cölln erinnert die Festschrift Franziskaneum 1907-2007. Die Kita Zwergenmühle am Mühlweg begann 1953 als Betriebskinderkrippe.
Schulpflicht, Winkelschulen und Schulalltag
Vor der Einführung der Schulpflicht 1836 unterrichteten in Meißen die Winkelschulen, private und behördlich nicht genehmigte Schulen, die es seit etwa 1750 gab. Aus der DDR-Zeit ist das Schulsparen überliefert, das die Sparkassen ab 1950 an den Oberschulen organisierten.
Berufliche und weiterführende Bildung
Die Berufsschule Johann Friedrich Böttger in der Ossietzkystraße war die Betriebsberufsschule der keramischen Industrie. Die Städtische Farbschule Meißen, 1919 gegründet und 1920 in der Weinbergschule auf dem Ratsweinberg eingerichtet, bildete Porzellanmaler aus. Für die Landwirtschaft der Region gab es die Landwirtschaftsschulen. Schloss Siebeneichen als Bildungseinrichtung beschreibt die Nutzung des Renaissanceschlosses als Lehrstätte; von der Ingenieurschule „Rudolf Diesel“ ist heute vor allem das Schwimmbad dokumentiert.
Bibliothek, Archiv und Quellen
Die Stadtbibliothek ist die öffentliche Bibliothek der Stadt, das Stadtarchiv verwahrt das Schriftgut der Verwaltung bis zurück ins Mittelalter. Wer selbst forscht, findet die wichtigsten Quellengattungen in den Adressbüchern (1880 bis 1950), den Meißner Kirchenbüchern und den topografischen Stadtplänen. Freie Volltexte sammelt Wikisource. Bücher zum Tauschen stehen in den öffentlichen Bücherschränken.
Heimatforschung und wissenschaftliche Vereine
Der Verein für Geschichte der Stadt Meißen besteht seit dem 24. Januar 1881 und hat mit dem Museum vom Geschichtsverein Meißen auch eine eigene Sammlung aufgebaut; dazu erschien 1915 der Museumsführer vom Geschichtsverein Meißen. Älter ist der Verein für Naturkunde Meißen von 1845. Der Heimatverein Meißen entstand 1927 auf Initiative des Manufakturdirektors Max Adolf Pfeiffer, der 1923 schon den Bücherverein (1923) mitbegründet hatte. Zu den Meißner Heimatforschern zählen Karl Wilhelm Loose, Emil Zöllner, Helmuth Gröger, Ernst Otto Horn, Helmut Reibig und Günter Naumann. Über die Grenzen Meißens hinaus wirkte der Kunsthistoriker Hans-Joachim Mrusek.
Wissenschaft und Erfindungen
Der bekannteste Meißner Naturwissenschaftler ist Christian Friedrich Samuel Hahnemann, 1755 in Meißen geboren und Begründer der Homöopathie. Technische Neuerungen aus der Stadt sind Die Neumarktkachel von 1915, Baarmanns Bierkühler 1906, das hitzebeständige Cordoflam und Das kleinste Porzellan-Service der Welt von etwa 1910. Der Wissenschaftlich-technische Betrieb Keramik war in der DDR die Forschungsstelle der Keramikindustrie.
Siehe auch
- Portal: Persönlichkeiten – Lehrer, Forscher und Schulgründer
- Portal: Medien & Literatur – Bücher, Zeitungen und Bildquellen
- Portal: Geschichte & Chronik – Stadtgeschichte im Überblick
- Portal: Porzellan & Keramik – Ausbildung in der Manufaktur
- Kategorie:Schule, Kategorie:Meißner Erfindung, Kategorie:Heimatforscher