Otto Steiger (1851-1935), eigentlich Karl Otto Steiger, war ein Politiker, Rittergutsbesitzer und Landwirt. Er setzte sich stets für den Dombau zu Meißen ein. Als Vorstandsmitglied des Dombauvereins zu Meißen meldete sich Otto Steiger sachkundig zu Wort, wenn es darum ging, die Baupläne Carl Schäfers umzusetzen.

Otto Steiger wurde am 18. Oktober 1851 in Löthain in der „Lommatzscher Pflege“ geboren. Die Bauerfamilie Steiger hatte bereits 1764 das Rittergut Leutewitz bei Meißen erworben und dort einen landwirtschaftlichen Musterhof aufgebaut. Nach seiner landwirtschaftlichen Ausbildung übernimmt Otto Steiger 1876 das väterliche Gut und führt dort die bereits 1805 gegründete Leutewitzer Vollblut-Merino-Schafzucht weiter. Zudem erweitert er das Gut um eine bedeutende Saatzuchtabteilung. Viele Bauern aus Sachsen kauften damals die in Leutewitz gezüchteten Weizen- und Hafersorten. Den ursprünglich 85 Hektar umfassenden Besitz konnte er durch weitere Zukäufe auf 260 bzw. 341 Hektar vergrößern.

Otto Steiger wird in den Sächsischen Landtag gewählt, wobei er zunächst der zweiten und dann der ersten Kammer angehörte. Ab 1903 fungierte er auch als landwirtschaftlicher Sachverständiger im Sächsischen Innenministerium. Im Jahre 1925 erhält er für seine Verdienste um die Tier- und Pflanzenzucht die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig verliehen. Zudem führt er im sächsischen Landeskulturrat von 1923 bis 1925 den Vorsitz.

Otto Steiger verstirbt am 28. Juni 1935 in Dresden.[1][2][3][4]

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Günter Donath, Matthias Donath: Himmelszeichen – Begleitbuch zur Ausstellung im Stadtmuseum Meißen vom 12. Juli 2008 bis 9. November 2008, edition Sächsische Zeitung, Redaktions- und Verlagsgesellschaft Elbland mbH, Meißen, 2008, S. 90 bis 95, 132 bis 141, 216 bis 221.
  2. ↑ Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. C. E. Klinkicht & Sohn, Druck: Druckerei Klinkicht & Sohn, Meißen 1929, S. 639, 640 und ab 676 (online).
  3. ↑ Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993, S. 106, 151, 154 bis 159, 161, 163 und 172.
  4. ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 58 bis 61.