Meißner Sagenschatz-Der Geißler Konstantin zu Meißen

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Die Episode aus dem Meißner Sagenschatz-Der Geißler Konstantin zu Meißen gehört zu den Geschichten und Sagen des Meißner Landes.

Flagellanten.

Im Jahre 1349 kam ein Trupp bußpredigender Flagellanten (Lat. Flagellum = Geißel), die sogenannten „Geißelbrüder“ in die Stadt Meißen. Unter dem Absingen eintöniger Lieder zerpeitschten sie sich in religiösem Fanatismus mit Geißeln ihre entblößten Rücken. Wer von ihnen dabei unablässig 34 Tage lang seinen Körper mit Rutenhieben züchtigte, der bliebe von der großen Pest, welche überall Opfer forderte, verschont. Zudem würden ihnen alle Sünden vergeben. Über einen der Geißler, den Bruder Konstantin, wird folgende Sage erzählt:

Die Sage

Einer der Flagellanten hatte den Namen Konstantin. Dieser trat vor die umstehende Menge und erklärte plötzlich, er sei wie Gottes Sohn, denn auch er würde leiden, sterben und wiederauferstehen. Doch wurde diese kühne Behauptung ihm recht bald zum Verhängnis. Der Bischof von Meißen, welcher ein erbitterter Gegner der Geißlerbewegung war, ließ den Bruder Konstantin wegen ketzerischen Worten in Gewahrsam nehmen. Bald darauf verurteilte das bischöfliche Gericht den Flagellanten Konstantin zum Feuertode.

Der Bruder Konstantin wurde nach dem Urteil auf dem Meißner Markt geführt und bei lebendigen Leibe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Seine Worte, er werde leiden, sterben und wiederauferstehen, erfüllten sich nicht.

Hintergründe

Die sogenannte „Geißlerbewegung“ gab es tatsächlich. Sie wurde mit päpstlichem Erlass vom 20. Oktober 1349 als Ketzerei verboten. Über eine öffentliche Verbrennung eines Flagellanten Konstantin wegen ketzerischen Äußerungen, wird allerdings auch 1350 aus der Stadt Erfurt erzählt.

Literatur

  • Johann Georg Theodor Gräße: Der Sagenschatz des Königreiches Sachsens, Verlag von G. Schönfeld´s Buchhandlung, Dresden 1855.
  • Hans-Jürgen Pohl: Geschichten und Sagen des Meißner Landes, Verlags-, Werbe- und Philaservice Robert Schmidt, Oschatz, 2006.