Meißner Buchteln nach Böhmischer Art (Gebäck)

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MeißnerBuchteln gefüllt mit Pflaumenmus.

Meißner Buchteln nach Böhmischer Art (Gebäck) wurden noch bis in die 1970er Jahre hinein von einigen Bäckereien in Meißen angeboten. Buchteln sind dabei ein gefülltes Hefegebäck, welche nach dem Backen mit Puderzucker bestäubt, verzehrt werden. Eine weitere Variante sind die warmen Buchteln als Hauptmahlzeit. Sie werden dazu direkt aus dem Backofen mit einer warmen Vanillesoße gereicht. Frische Buchteln können auch die Tafel als einfaches Kaffeegebäck bereichern. Man kann Buchteln auch noch am nächsten Tag essen.

Geschichte

In Böhmen haben Buchteln eine sehr lange Tradition. Sie sind ebenfalls im osteuropäischen Raum weit verbreitet. Auch in Meißen im Stadtteil Niederfähre in der Nähe der Vorbrücker Straße gab es noch um 1970 eine Bäckerei, die wie die Bäckerei H. Richter im Wohnhaus Talstraße Nr. 58, öfters Buchteln mit einer Pflaumenmusfüllung im Angebot hatten. Vermutlich hatten die Bäckerfamilien die Rezeptur einst aus dem Sudetenland mit nach Sachsen gebracht. In den Bäckereien wurden die Buchteln auf großen rechteckigen Backblechen angeboten. Verkauft wurde meist gleich im Streifen oder nach gewünschter Stückzahl.

Obwohl „Meißner Buchteln“ heute nicht mehr von Meißner Bäckereien angeboten werden, kann man das Gebäck auch leicht im heimischen Herd selbst backen.

Rezept

Zunächst wird ein Hefeteig zubereitet. Benötigt werden dazu: 500 g Mehl, 20 g Hefe (keine Trockenhefe), 250 ml Milch, 2 Eidotter, 1 großes Ei, 60 g Butter, 130 g Zucker, 1 Messerspitze Salz, 100 g Butter, Pflaumenmus oder Marmelade, Vanillezucker oder Puderzucker.

Die vorher in etwas warmer Milch aufgelöste Hefe wird mit ein wenig Milch, etwas vom Zucker und dem gesamten Mehl vermengt und daraus ein Hefestück geknetet. Den Hefeteig an einem warmen Ort ca. 30 Minuten abgedeckt aufgehen lassen (keine Zugluft!).

Inzwischen die Eierdotter mit der übrigen Milch und dem restlichen Zucker, der erwärmten Butter und dem Salz gut verrühren. Ist das Hefestück 30 Minuten aufgegangen, alles zum Teig geben und kräftig durchkneten. Auf einer bemehlten Tischplatte weiterkneten bis der Teig Blasen bildet. Nun den Teig an einem warmen Ort weitere 35 Minuten abgedeckt gehen lassen.

Danach den Teig fingerdick mit dem Nudelholz ausrollen. Die Teigplatte wird nun in gleichmäßig viereckige Stücke geschnitten. Auf jedes Viereck etwas von der Marmelade oder dem Pflaumenmus geben. Die Vierecke werden jetzt leicht nach oben zusammengelegt und die Enden zusammengedrückt. Alles wird rundherum mit warmer Butter bestrichen und dann mit der runden Seite nach oben auf ein eingefettetes Backblech eng aneinandergelegt. (Die zusammengelegten Enden kommen eng gelegt auf das Blech, während die runde Seite immer nach oben zeigt.) Eine große runde Springform eignet sich hier besonders gut. Nun die runde Backform erneut abdecken und nochmals 20 Minuten gehen lassen. (Inzwischen den Backofen auf 180 Grad vorheizen.)

Vor dem Backen die gesamte Oberseite der Buchteln mit einem verquirlten Ei bestreichen. Bei 180 Grad im Backofen goldbraun backen (max. 50 Minuten, Bräune je nach Backofen oder nach Belieben).

Buchteln können auch noch leicht warm mit einer ebenfalls erwärmten Vanillesoße gegessen werden. Dazu vorher noch mit Puderzucker oder Vanillezucker leicht bestreuen.[1]

Literatur

  • Martha Liess: Kochbuch, Verlag für fremdsprachige Literatur, Bukarest, 1959.

Einzelnachweise

  1. Martha Liess: Kochbuch, Verlag für fremdsprachige Literatur, Bukarest, 1959, S. 315.